EZW-Texte 252

Titelblatt EZW-Texte 252
Haringke Fugmann

Aufräumen als heilige Handlung

Zum weltanschaulichen Hintergrund des Bestsellers "Magic Cleaning" von Marie Kondo

Berlin 2017, 32 Seiten

 

 

Aufräumen als kultische Handlung?

„Aufräumen“ ist ein Trend des Zeitgeistes, der heute besonders in der sogenannten Generation Y, das sind ungefähr die Jahrgänge 1980 bis 2000, intensiv diskutiert wird. Man will sich von überflüssigem Ballast befreien, sich auf Wesentliches konzentrieren, sich mehr mit ideellen als mit materiellen Werten beschäftigen – „mehr Sein als Haben“.

Aufräumen hilft, sich eine Übersicht zu verschaffen und sich schneller zurechtzufinden. Aber kann und soll Aufräumen zu einer kultischen Handlung werden, wie es der Titel des vorliegenden EZW-Textes nahelegt? Haringke Fugmann, der Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für geistige und religiöse Strömungen der Gegenwart, stellt in diesem EZW-Text die Aufräummethode von Marie Kondo vor. Die bisher drei Bücher der Japanerin wurden mittlerweile in 27 Sprachen übersetzt.

Wohlbefinden und das gute Leben stellen sich nach Kondo nur in einem aufgeräumten Alltag ein. Wohlwollend-kritisch untersucht Fugmann dieses Angebot praktischer Lebenshilfe. Dabei stößt er auf shintoistische Wurzeln dieser Methode. Kondo geht von der Lebendigkeit und Beseeltheit aller Dinge aus. Stimmt es, dass ein aufgeräumter Schrank auch innere Klarheit und Eindeutigkeit bewirkt, oder handelt es sich hier doch nur um eines der vielen Glücksversprechen, die den, der darauf setzt, nachher enttäuscht zurücklassen?

Fragen, denen es sich angesichts eines konsumfokussierten Weihnachtsfestes und bevorstehenden Jahreswechsels lohnt nachzugehen.

 

 

 

Aus dem Inhalt

Vorwort

1 Einleitung

2 Hintergrund der KonMari-Methode
2.1 Biografisches
2.2 Einflüsse aus dem Shinto
2.3 Einflüsse aus dem Feng Shui
2.4 Einflüsse aus dem Christentum?
2.5 Kondos spirituelle Überzeugungen

3 Irdisches Glück durch das Aufräumen

4 Methode
4.1 Dinge wegwerfen
4.2 Andere motivieren
4.3 Dinge wegräumen

5 Auswirkungen des Aufräumens

6 Analyse
6.1 Einflüsse aus dem Shinto und der japanischen Kultur
6.2 Aufräumen als Kasualhandlung?
6.3 Aufräumen als psychische Entlastung und Kontrolle

7 Kritik
7.1 Übergriffiger Dogmatismus?
7.2 Konservatives Genderverständnis?
7.3 Wegwerfmentalität
7.4 Funktioniert es?
7.5 Vereinbarkeit mit dem christlichen Glauben?

8 Fazit

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