Die neue DIN SPEC 91494 zur Berücksichtigung spiritueller und existenzieller Bedürfnissen im Gesundheitswesen wurde veröffentlicht.
Neue DIN-Norm für „Spiritual Care“

Dem Begriff Spiritualität haftet etwas Fragwürdiges an. Unwillkürlich tauchen Assoziationen zu mystisch, unwissenschaftlich, spiritistisch, esoterisch oder magisch auf. Allerdings gibt es zunehmend seriöse Forschungsergebnisse, die auf gesundheitsrelevante Wirkungen spiritueller Verbundenheit hinweisen. Das gilt nicht nur für den letzten Lebensabschnitt, sondern für alle Bereiche der Gesundheit. Deshalb bedeutet es eine Weiterentwicklung, dass nun vom Deutschen Institut für Normung (DIN) Qualitätsstandards, Begriffe und Anforderungen für Spiritual Care als seelsorgerische und spirituelle Begleitung im Gesundheitswesen standardisiert worden sind.
Die Norm soll helfen, über die körperlichen und seelischen Belange hinaus die existenziellen und spirituellen Bedürfnisse von kranken Menschen in die Gesundheitsversorgung mit aufzunehmen. Damit will sie dem Übersehen und der Vernachlässigung der spirituellen Dimension entgegenwirken und diese auch nicht den Angeboten „ganzheitlicher“ Heilkunde überlassen, wie sie etwa im Oktober auf dem „Free Mind Medizin Kongress“ in Stuttgart angeboten wird (https://freemindmedicine.com/)
Die kostenlos zur Verfügung gestellte Spezifikation richtet sich an Einrichtungen und Fachpersonen in der stationären, teilstationären und ambulanten Versorgung und schafft einen Orientierungsrahmen, mit spirituellen und existenziellen Anliegen von zu begleitenden Menschen und Mitarbeitenden professionell umzugehen. Dabei handelt es sich um ein Vornorm-Format, die als Impulsgeber sowie Orientierungs- und Organisationshilfe dienen soll, nicht als ein starres Kontrollinstrument.
Zielvorstellung ist, dass alle Mitarbeitenden im Gesundheitswesen eine grundlegende Sensibilität für spirituelle Fragen erwerben. Darüber hinaus regelt die Norm die interprofessionelle Kommunikation zwischen Pflege, Ärzteschaft und professioneller Seelsorge. Durch klare Prozesse soll nicht nur Patienten geholfen werden, sondern auch die Belastbarkeit der Angestellten im Klinikalltag und der ambulanten Versorgung gestärkt werden. Es ist zu hoffen, dass dadurch leidenden Menschen in ihrer Körper-Seele-Geist-Einheit besser geholfen wird und auch die im Gesundheitswesen Tätige für sich neue Kraftquellen entdecken.
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