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Die "International Cultic Studies Association" 2026 in San Diego

EZW-Referent Michael Utsch war dabei.

Michael Utsch

Vom 1. bis 4. Juli 2026 hat in San Diego (USA) die „International Cultic Studies Association (ICSA)“ ihre Jahrestagung durchgeführt. Vor Ort kamen im Tagungshotel etwa 150 internationale Teilnehmende zusammen, dazu hatten sich nach Veranstalterangaben die gleiche Zahl an Interessenten online dazugeschaltet. Aus Deutschland haben neben EZW-Referent Michael Utsch auch ein Vorstandsmitglied der Konferenz Landeskirchlicher Weltanschauungsbeauftragter (KLW) sowie ein Vorstandsmitglied des Vereins „JZ Help“ teilgenommen. 

Die Organisation hat sich über Jahrzehnte hinweg von einer umstrittenen Anti-Sekten-Initiative zu einem weltweit führenden, wissenschaftlich orientierten Netzwerk zur Erforschung von psychologischer Manipulation und totalitären Strukturen weiterentwickelt. Im Begrüßungsschreiben der Direktorin des Verbands, das der Programmmappe beigefügt war, wurden die Teilnehmenden zu einem respektvollen und fairen Umgang miteinander aufgefordert. Die Tagung verstehe sich als ein Ort für durchaus kontroverse Dialoge und Debatten, bei dem aber die weltanschauliche Diversität geachtet und ein fairer Umgang miteinander eingehalten werden solle und Diskriminierung fehl am Platz sei. Wenn jemand durch bestimmte Berichte oder Standpunkte emotional aufgewühlt würde und Hilfe benötige, wurde vor Ort und Online unterstützende Beratung angeboten.      

In Plenumsveranstaltungen und mehreren Dutzend Arbeitsgruppen, die leider größtenteils zeitlich parallel stattfanden, beschäftigte sich Tagung mit der Erweiterung von „erzwingender Kontrolle“  (coercive control) durch Missbrauchsdynamiken bei Familien, Institutionen, Religionen und Weltanschauungsgemeinschaften. 

Experten analysierten die Parallelen zwischen Sektenstrukturen, Menschenhandelsnetzwerken, radikalisierten Gruppen und toxischen Arbeitsumfeldern. Vorträge beleuchteten spirituelles Coaching, das Aufwachsen in christlich-fundamentalistischen Gruppen, destruktive Führungskräfte sowie die manipulative Dynamik in der modernen Wellness- und Esoterikbranche. Die vollständigen Veröffentlichungen und Hilfsmaterialien für Betroffene werden schrittweise über die ICSA-Konferenzseite zur Verfügung gestellt. Ein ausführlicher Tagungsbericht erscheint in der ZRW 4/2026.

Die Tagung zeichnete sich durch ihre hochprofessionelle Durchführung, die Themenvielfalt und offene Gesprächsatmosphäre aus. Die Mischung der Teilnehmenden aus Aussteigern, betroffenen Angehörigen, professionellen Berater:innen aus psychosozialen Berufen sowie Religionswissenschaftler:innen ermöglichten einen anregenden Erfahrungsaustausch, der in dieser Breite sonst nirgendwo anders möglich ist. Über alle kulturellen Unterschiede hinweg wies die Tagung deutlich auf die Gefahren manipulativen Gruppenverhaltens hin, die heute durch die Verbreitung der sozialen Medien nochmals brisanter geworden sind.

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Ansprechpartner

Foto Dr. Michael UtschProf. Dr. phil. Michael Utsch
Wissenschaftlicher Referent
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen
Auguststraße 80
10117 Berlin