Eva-Maria Kreitschmann

Transformation zum Paradies

Das Kenntnis Buch (Welt Geschwisterlichkeit Union)

Wahrnehmung

Das Kenntnis Buch1 (KB) steht im Zentrum einer Bewegung, die sich „Welt Geschwisterlichkeit Union Mevlana Erhabene Stiftung“ (türkisch: Dünya Kardeşlik Birliği Mevlana Yüce Vakfı) und „Welt Brüderlichkeit Ganzheit Kozmoz Universaler Vereinigungsverein“ nennt. Im deutschsprachigen öffentlichen Raum begegnet lediglich der Name „Kenntnis Buch“. Interessierte werden meistens persönlich und teils über Tageszeitungen, Flyer oder Social Media zu Einführungsvorträgen eingeladen. Vertreterinnen der Bewegung zeigen Präsenz auf Esoterik- und Gesundheitsmessen. So waren sie im Jahr 2024 mit Buchständen auf dem „Kristallkongress“ in Miesbach (April), auf den „Leben und Tod“-Messen in Bremen (Mai) und Freiburg (Oktober), bei „Spiritualität und Heilen“ in Köln (Oktober) und München (November) sowie auf der „Lebensfreude“-Messe in Lindau (November) anzutreffen. Über Buchstände hinaus fand sich im Programm der „Lebensfreude“-Messe in Travemünde (August 2024) ein Vortrag zum KB angekündigt.2 Das Festivalmagazin des „One-Spirit-Festivals“ in Freudenstadt, Baden-Württemberg (August 2024), bot in einer früheren Ausgabe einen Auszug aus dem KB zur Frage „Was ist Liebe?“.3 Eine Teilnehmerin aus der Münchner Gruppe, deren Treffen ich an zwei Samstagen im Juni 2024 zu Recherchezwecken besucht habe, gab an, das KB auf der Yogamesse kennengelernt zu haben. Auch bei der Berliner „Langen Nacht der Religionen“ im September 2023 wurde das KB in der Rubrik „Interreligiös“ unter dem Titel „Universum und Musik“ vorgestellt.4 Der Hauptsitz der Welt Geschwisterlichkeit Union Deutschland e.V. befindet sich in München (Wotanstraße 105). Nach Angabe des Vereins gibt es derzeit vier „Fokusgruppen“ genannte Studiengruppen (Berlin, Osnabrück, Leipzig, München).
 

Geschichte

Gründerin ist die 1923 in Izmir (Türkei) geborene Vedia Bülent Önsü Çorak, die heute in Istanbul lebt. Çorak versteht sich als Übermittlerin kosmischer Botschaften und als Reinkarnation des persischen Dichters und Sufi-Mystikers Rumi (1207–1273). Nach Rumis persischer Bezeichnung Maulawī wird Çorak im KB auch Mevlana genannt. Über Çoraks Leben ist nicht viel bekannt. Nach dem Schulabschluss5 nahm sie wohl keine weitere Ausbildung auf, sondern heiratete im Alter von 21 Jahren einen HNO-Arzt. Sie soll in Izmir Hypnoseveranstaltungen besucht haben.6 Çorak gibt an, ihre „universale Mission“ im Jahr 1966 übernommen zu haben und seither als „Sprecherin der himmlischen Autoritäten“ zu fungieren.7 In einem Zeitraum von zwölf Jahren, von 1981 bis 1993, sei ihr das KB über den ALPHA-Kanal8 übermittelt worden. Die oben genannte Stiftung („Welt Geschwisterlichkeit Union Mevlana Erhabene Stiftung“) und der Verein („Welt Geschwisterlichkeit Ganzheit Kozmoz Universaler Vereinigungsverein“) wurden von Çorak 1993 in Istanbul gegründet.9 Laut Aussage von deutschen Anhängerinnen sah sich die Bewegung um Çorak in der Türkei juristischer Verfolgung ausgesetzt. In den 90er Jahren wurde die Gründerin in Istanbul mehrfach gerichtlich angeklagt, letztlich jedoch freigesprochen. Unter der Regierung Erdoğan, die für die Stärkung des konservativen Islam in der Türkei steht, sind bisher aber keine weiteren Repressionen gegen die Bewegung bekannt geworden.

Laut Angaben der Bewegung haben sich mittlerweile Studiengruppen in 42 Ländern gegründet, darunter in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland.10 Das KB sei bisher in vierzehn Sprachen übersetzt worden.11 Die „Welt Geschwisterlichkeit Union“ gibt an, neben der Verbreitung des KB in der internationalen Friedensarbeit aktiv zu sein. Laut Website wird seit 1995 jährlich am 1. November ein Symposium unter dem Titel „Call to World Peace from Universal Brotherhood“ in Istanbul veranstaltet.12 „Führer aller Religionen“ seien dort bereits als Diskussionsteilnehmer vertreten gewesen. Im Zentrum stünden Preisverleihungen an Menschen und Institutionen, „die der Menschheit dienen, ohne persönlichen Gewinn zu suchen“ („who served humanity without seeking personal gain“).13 Ob das Symposium aktuell noch veranstaltet wird, geht aus den Informationen auf der Website nicht hervor. Die letzte Zusammenkunft fand demnach 2019 statt.
 

Glaubensinhalte

Das KB verbindet Motive aus dem mystischen Islam bzw. dem Sufismus mit Elementen der klassischen Esoterik, der New-Age-Bewegung und der Ufologie. Trotz des erkennbar muslimischen Referenzrahmens findet das KB auch Anhängerinnen und Anhänger im westlichen Esoterikmilieu, das keinerlei muslimische Sozialisation erfahren hat.

Grundgedanke: Die Entwicklung der Menschheit zum Religionsfrieden

Das KB wird von der Bewegung als Fortsetzung aller anderen heiligen Bücher und Religionen und zugleich als deren letztgültige Zusammenfassung und Überbietung verstanden. Das Buch beansprucht zum einen, die Weisheit – die Rede ist von der „Frequenz“14 – von Thora, Psalter, Evangelium, Koran und fernöstlicher Philosophie in sich zu vereinigen und zu sammeln. Zum anderen wird das KB aber auch von anderen Religionen abgesetzt, indem betont wird, es sei „kein Religionsbuch“ (KB 517), „kein Buch zum Anbeten“ (EKB 1)15 und „kein Buch zum Verehren“ (KB 340). Den Begriffen „Religion“, „Anbetung“ und „Verehrung“ werden die Begriffe „Wahrheit“ (KB 517), „Wissenschaft“ und „Vernunft“ (EKB 5) gegenübergestellt, und es wird betont, dass das KB den Übergang zwischen beiden Bereichen darstelle. Damit ist zugleich ein hoher Anspruch verbunden: „Das Kenntnis Buch ist das Einzige Buch, das die Menschheit VON DER RELIGION ZUR WISSENSCHAFT UND VERNUNFT übergehen lassen wird“ (EKB 5).16

Entscheidend ist dabei der Gedanke, dass die Menschheit seit 190017 in eine neue Phase ihrer Bewusstseinsentwicklung eingetreten sei, die es ihr nun ermögliche, die hohe energetische Frequenz des KB zu erfassen. Sie sei jetzt bereit, nach Jahrtausenden der Unwissenheit die Wahrheit über den Kosmos vollumfänglich zu erkennen, d.h. zu „erwachen“.18 Es gelte nun ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass das, was die Menschen bisher als „Allah“ bezeichneten, eine komplexe himmlische Hierarchie aus verschiedenen Energieschichten darstelle.19 Das Ziel für jeden einzelnen Menschen bestehe darin, innerhalb der Energiedimensionen durch geistige Höherentwicklung aufzusteigen. Das Aufsteigen in höhere Bewusstseinsstufen wird dabei unter anderem als ein Selbst-zu-Gott-Werden vorgestellt, als das Eintreten in die „Gott bin ich“-Dimension (KB 492, 1149), in der der Mensch selbst neue Universen erschaffen könne. Mit der Evolution des Menschen in höhere Energiebereiche hinein geht nach dem KB die Überwindung der „Diskriminierungsbewusstheit“ (EKB 5) einher und wird die „Vereinigungsbewusstheit“ erreicht, d.h. die religiöse Trennung wird beendet und die Menschheit gelangt „zur Freiheit, zur Toleranz, zum Glück, zur Liebe, zur Brüderlichkeit, zum Frieden“.20 Dieser erstmals im Zusammenhang der anglo-indischen Theosophie formulierte21 und für die moderne Esoterik grundlegend gewordene Gedanke, dass durch die esoterische Erkenntnis eine universale Einheit geschaffen werden könne, ist im KB als kosmisches Entwicklungsprogramm reformuliert, das nicht nur die Erde, sondern auch andere Sonnensysteme und Galaxien mit umfasst. In der Vorstellung, dass sich die Menschheit und der gesamte Kosmos gegenwärtig in einem Stadium der Transformation zum sogenannten „Goldzeitalter“ befinden, in dem das Bewusstsein der Menschheit vollständig entwickelt und ein paradiesischer Zustand umfassenden Friedens erreicht sein wird, ist die Grundidee der New-Age-Bewegung aufgenommen. Als „Feder des Goldzeitalters“22 nimmt Çorak eine bedeutende Rolle in der Heraufführung dieser neuen Ära ein.

Entstehungskontext: Eine Neuoffenbarung im islamischen Umfeld

Zum Verständnis des KB ist der Entstehungskontext in der Türkei zu beachten, einem Land, das einerseits durch den Islam geprägt ist, andererseits mit den Reformen Atatürks eine Entwicklung hin zum Laizismus durchlaufen hat. Das KB stellt sich in diesem Zusammenhang als eine Art esoterische Neuoffenbarung im islamischen Kontext dar. Dies ist insofern bemerkenswert, als die klassischen Neuoffenbarungen wie die Neue Kirche Emanuel Swedenborgs oder die Lorber-Bewegung im christlichen Bereich entstanden und auf die christliche Tradition bezogen sind. Das KB hingegen geht vom Koran als letzter prophetischer Offenbarung an die Menschheit aus und postuliert, dass erst durch das KB die endgültige Enthüllung aller kosmischen Zusammenhänge und auch das rechte Verständnis des Koran ermöglicht werde. Die verschiedenen Religionen werden dabei als Offenbarungen aus ein und derselben Quelle verstanden, der sogenannten „Realitätsganzheit“. Diese wird im KB aber auch immer wieder mit muslimischen Gottesnamen wie „Hocherhabener“, „Einziger Herr“ (KB 22) oder „All-Erbarmer“ (KB 36.127.619f.) bezeichnet. Von zentraler Bedeutung ist hier die Rede vom sogenannten „ALPHA-“ bzw. „HERR-Kanal“, mit dem nach Vorstellung des KB die Offenbarungen an die Menschheit transportiert und im Sinne des kosmischen Entwicklungsprogramms die friedliche Vereinigung der Menschheit initiiert wird. Dieser Kanal, der direkt von „Allah“ ausgeht, wird als eine physikalische Realität verstanden, d.h. er transportiert hohe Energiefrequenzen auf die Erde. Er sei vor 6.000 Jahren zunächst in Tibet auf die Erde getroffen und habe dort die fernöstlichen Religionen und die Meditation entstehen lassen (vgl. EKB 3). Dann habe sich die Energieprojektion des Kanals durch die Drehung und Neigung der Erde in Bewegung gesetzt: „Da sich […] unsere Welt mit einem Winkel von 23 Grad um ihre Achse dreht, verschiebt sich dieser Kanal nach Norden.“23 Gerichtet auf die Pyramiden und den Nil habe sich Mose „verkörpert“ (EKB 3) und Kenntnis vermittelt. Auf Jerusalem gerichtet, sei Jesus in Erscheinung getreten und habe das „Programm der Liebe“ verwirklicht. In Mekka und Medina habe der ALPHA-Kanal Mohammed hervorgebracht, der erneut Kenntnis vermittelt habe. Seit dem Auftreten Mohammeds sei es Aufgabe der Menschheit gewesen, mithilfe dieser letzten Offenbarung die „Wahrheit [zu] erfass[en]“ (EKB 3). Da die Menschheit dafür jedoch noch nicht das notwendige Bewusstsein gehabt habe, sei diese Aufgabe verfehlt worden. Entsprechend habe die Notwendigkeit bestanden, dass der ALPHA-Kanal ein viertes Mal seine hochenergetische Frequenz auf die Erde fokussierte. Im Jahr 1966 (KB 1002) sei die Menschheit in einen energetischen Frequenzbereich eingetreten, der es ihr ermöglichte, die endgültige Enthüllung aller kosmischen Zusammenhänge zu erfassen. In diesem Jahr habe Çorak ihre Funktion als Übermittlerin kosmischer Botschaften erkannt und sei das KB über „Anatolien“ bzw. der „Atatürk-Türkei“ niedergesandt worden.

Im Zusammenhang mit der Charakterisierung des KB als Neuoffenbarung im muslimischen Kontext fällt der Rekurs auf Mustafa Kemal Atatürk auf, dessen Bildnis sich im Vorwort des KB sowie prominent auf der Internetseite der Bewegung findet. Atatürk ist in die „heilsgeschichtliche“ Gesamtschau des KB eingeordnet, indem er als Begründer einer „neuen Ordnung“, der „Vierte[n] Ordnung von ALLAH“ (EKB 3) nach Mose, Jesus und Mohammed, bezeichnet wird.24 Im KB gibt es auch zwei konkrete Verlautbarungen, die als Botschaften Atatürks gekennzeichnet sind.25 Er wird offenbar als „Aufgestiegener Meister“26 verstanden, der auch heute noch über seine Botschaften wirkt. Die Türkei erscheint entsprechend „heilsgeschichtlich“ herausgehoben als „beauftragtes Land“27 und als „Lichtland“ (KB 854). Das KB knüpft hier an Atatürks Rolle als Bildungsreformer und -förderer („Euer Ata sagte: ‚Der wahrste Wegweiser ist das Wissen‘“, KB 29) sowie als Begründer des Laizismus in der Türkei an. Atatürks Gesellschaftsreformen, die auf die Zurückdrängung des traditionellen Islam zugunsten einer Orientierung an der Wissenschaft zielten, werden folglich als die Verwirklichung dessen verstanden, was schon der Koran wollte, was durch das Unverständnis der Menschen aber verhindert worden sei.

Die Rolle des KB als Buch der Wissenschaft und Vernunft drückt sich in der Vorstellung aus, dass es mithilfe der sogenannten „Licht-Photon-Zyklon-Technik“ geschrieben worden sei. Demnach tragen die Buchstaben eine besondere energetische Aufladung, nämlich die Frequenz der höchsten Erkenntnisstufe, der „Licht-Dimension“ (KB 616). Schreibt jemand das Buch ab, wird er oder sie durch die „Frequenzaufladetechnik“ (ebd.) an die „Licht-Dimension“ angeschlossen. Zugleich werden aktualisierte Erkenntnisse aus der „Licht-Dimension“ immer neu auf die Buchstaben aufgeladen, sodass ein stetiger Fortschritt der Erkenntnis für die Personen gewährleistet wird, die das Buch lesen und abschreiben. Vergleichbar sei das KB, so eine Anhängerin, mit der Funktionsweise moderner Laptops, die durch stetige Updates aktuell gehalten werden. Weitere Offenbarungsbücher nach dem KB kann es aufgrund dieser fortlaufenden Selbstaktualisierung nicht geben. Diese Eigenschaft hebt das KB von den anderen religiösen Büchern ab. Letztere können auswendig gelernt werden, denn ihr Text ist festgeschrieben (vgl. EKB 1). Da sich das Verständnis des KB aber erst durch die je aktuelle Entfaltung der kosmischen Energie im individuellen Lese- bzw. Schreibprozess ergibt, kann man „nicht einmal eine Seite auswendig lernen. […] [D]ie Kenntnisse gleiten aus dem Gedächtnis“ (EKB 1). Die Energie des Buches schließt sich jedoch im Moment des Gebrauchs an das Niveau des Einzelnen an und ermöglicht diesem die erkenntnismäßige Höherentwicklung: „Aus diesem Grund versteht ihr das Buch, wenn Ihr es lest und erfasst Eurem Niveau entsprechend etwas Kenntnis“ (ebd.).

Insgesamt zeigt sich so, dass im KB die klassisch islamischen Glaubenssätze von der Einzigkeit Allahs, der herausragenden Bedeutung des Koran als dessen abschließender Offenbarung und Mohammed als letztem Propheten (vgl. EKB 3) mit Vorstellungen aus der Radio- und Computertechnologie zusammengebracht werden. Auf diese Weise entsteht ein Gesamtentwurf der Welt- und Menscherklärung, der beansprucht, Glaube und Wissenschaft, (islamische) Religion und Moderne zu vereinen.

Energie, Karma und Evolution: Esoterische Motive

Elemente, die dem Referenzrahmen des Monotheismus, genauer: dem Islam entstammen (Annahme einer höchsten Wesenheit, Hochschätzung des Koran als letztes der offenbarten Bücher), verbinden sich im KB mit Elementen der westlichen Esoterik. So wird der Mensch insbesondere im Hinblick auf seine feinstoffliche Qualität bestimmt, er wird letztlich als Energieträger verstanden: „Der Mensch ist ein Universales Potential, ein Akkumulator und ein Energiedepot.“28 Gegenwärtige Krisen erscheinen als Symptome eines chaotischen Weltzustandes, der dadurch zustande kommt, dass die negativen und positiven Energien unterschiedlich entwickelter Bewusstheiten miteinander im Widerstreit liegen. Durch Stärkung der „positiven Reflexionen“, d.h. durch geistige Höherentwicklung, werde das Chaos reduziert, „da im Energienetzwerk weniger Kreuzungen entstehen“.29 „Rettung“ erfährt dabei derjenige, der es vermag, sich an höhere Energiedimensionen anzuschließen. Es sind diese „Erhabenen Bewusstheiten“,30 die die neue Welt des „Goldzeitalters“ begründen werden.

Der Gedanke der geistigen Evolution ist im KB mit der Vorstellung von den Menschen als verkörperten Computern bzw. Robotern verbunden: „Jeder von Euch ist ein biologischer Computer“ (KB 141), „[i]m Grunde genommen seid Ihr ein Roboter aus Fleisch, ihr seid ein Computer“ (KB 160). Der Mensch erscheint folglich als eine Art Empfangsgerät für energetische Impulse aus dem Universum:

Eure Gehirnkraft hat eine Kapazität, die 1.235.000 Kanäle empfangen kann. […] Im Moment ist der Kanal eines jeden an das Mechanische System angeschlossen. Und von dort werden sie die Kenntnisse von weiter Fortgeschrittenen Dimensionen erhalten. (KB 141)

Durch den Anschluss der Gehirne an das kosmische System können diese aber auch überwacht und so die Entwicklungsstufe eines jeden Menschen ständig registriert werden:

Wir interessieren uns für jeden von Euch nach und nach. Mit jedem Atemzug von Euch werden Eure Gedankenketten von Computern kotiert. (KB 1153)31

Dabei ist, wie für esoterische Systeme typisch, der Gedanke der mehrfachen Reinkarnation des Menschen als Weg der geistigen Höherentwicklung auch im KB bedeutend. Mit jeder Reinkarnation hat der Mensch neue Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, die wiederum im kosmischen Computersystem verzeichnet sind:

In diesem System ist jeder Weltbürger mit seiner Vergangenheit und seiner Aufgabe entsprechend, die er durchführen soll, diesem Universalen Computer aufgeladen. Hier hat jeder eine Private Tagesdiskette und eine Universale Archivnummer. Alle Gedanken werden auf dem Bildschirm des Systems Abgekämmt und Verzeichnet.32

Die in der christlich-jüdischen wie auch in der islamischen Tradition vermittelte Vorstellung, dass Gott alle Gedanken der Menschen kennt, ist hier in der Bildwelt moderner Computertechnologie reformuliert. Das Bild vom Menschen als Gerät, das Energieimpulse empfängt und dessen Entwicklungsstand zurückgemeldet wird, ist so weit durchgeführt, dass sogar der Fall der Ermüdung mitbedacht wird: „Die Schalter sehr müder Gehirne schaltet man aus, legt eine Pause ein. Dieses System ermüdet nie euer Gehirn, erschüttert es nie, beschäftigt es lediglich“ (KB 94).

Hilfe durch Außerirdische: Ufologische Motive

Eine wichtige Rolle spielen im KB auch Motive aus der Ufologie. Extraterrestrische Wesenheiten erscheinen als jene, die die Evolution der Menschen hin zu höherer Erkenntnis unterstützen. So heißt es: „Euer Planet ist in diesem letzten Zeitabschnitt Eurer Evolution angelangt. Die Gesandten des Elysischen Reiches sind Uns vom Zentralen System aus behilflich“ (KB 233). Diese Vorstellung von Außerirdischen als Abgesandten höher entwickelter Zivilisationen33 und Künder besonderer Botschaften an die Menschheit stammt aus der Ashtar-Command-Bewegung, die in den 50er Jahren entstanden ist und die sich als ufologische Neuinterpretation der älteren theosophischen I-Am-Bewegung darstellt.34 In letzterer Gemeinschaft, die von dem Amerikaner Guy Ballard (1878–1939) gegründet wurde, spielt die Idee „Aufgestiegener Meister“ eine wichtige Rolle, die Botschaften an die Menschen durchgeben. Mit dem Aufkommen des Ufo-Glaubens in den 50er Jahren werden die „Aufgestiegenen Meister“ mit Ufo-Besatzungen identifiziert, deren Anführer ein gewisser Ashtar Sheran oder Commander Ashtar sei. Im KB begegnet diese Vorstellung in der Rede von den „Rettungsschiffen“ bzw. „Aufsichtsschiffen“, die die Erde umkreisen: „Wir haben tausende Schiffe, die an Eurem Horizont umherkreisen. Da sie jedoch eine Transparente Ausrüstung enthalten, werden sie nie Gesichtet“ (KB 103). Diese Raumschiffe tragen im KB unterschiedliche Namen wie „Nova K Aufsichtsschiff“ (KB 94), „Schiff Hora“ (KB 101) oder „Schiff Argo/Aragon“ (KB 103) und unterstehen unterschiedlichen Kapitänen wie Kapitän Neptun, Rivier, Uno, Algon und Ammon (KB 138). Die prägende Vorstellung bei Ashtar Command, dass ein apokalyptischer Umbruch bevorstehe, aus dem die vorbereiteten Menschen durch die Raumschiffe auf andere Planeten evakuiert würden, ist im KB aber nicht zu finden. Eher herrscht hier die Idee einer erkenntnismäßigen Höherentwicklung der Menschheit vor, die durch die Durchgaben der Ufonen unterstützt wird und allmählich zum Anbruch des „Goldzeitalters“ führt.
 

Praxis

Das KB umfasst insgesamt 1138 Seiten.35 Es ist in 55 Faszikel und 7 sogenannte „Zusatzkenntnisse“ (KB 1138) unterteilt. Die Anhängerinnen und Anhänger der Bewegung schreiben das KB ab, damit sich die hohe Frequenz des Buches entladen kann. Die Folge ist nach dem Glauben der Gruppe die starke Beschleunigung der Höherentwicklung: Eine Entwicklung, für die ein Individuum normalerweise tausend Jahre bräuchte, könne so innerhalb eines Monats durchlaufen werden (vgl. KB 616). Diese Wirkung trete allerdings nur ein, wenn das Abschreiben handschriftlich mit Füllfederhalter (KB 12) erfolgt, und zwar aus dem Buch selbst. Ein Abschreiben mit dem Computer bzw. das Nutzen von PDFs oder Fotokopien gilt als sinnlos, da die „Licht-Photon-Zyklon-Technik“ auf diese Weise verloren gehe. Das Lesen und Abschreiben des KB, das die Frequenzen der anderen heiligen Bücher in sich trägt, wird als ein Akt gesehen, der alle religiösen Rituale ersetzt.36

Neben dem Abschreiben des Buches finden jeden Samstag Treffen der sogenannten „Fokusgruppen“ statt, bei denen fortlaufend ein Faszikel aus dem Buch gelesen und erläutert wird. Bei insgesamt 62 Abschnitten (55 Faszikel plus 7 Zusätze) kann das Buch so in etwa einem Jahr und drei Monaten durchgelesen werden. Diese Treffen sind für interessierte Besucher geöffnet. Zusätzlich gibt es jede Woche ein geschlossenes Gruppentreffen ohne Gäste, in denen der Faszikel für den jeweiligen Samstag studiert wird. Wer sich einer solchen geschlossenen Studiengruppe anschließen möchte, soll das Buch innerhalb eines festen Zeitfensters – angegeben werden hier sechs Monate37 – abschreiben. Bei 1138 Seiten ergibt sich so ein tägliches Schreibpensum von etwa sieben Seiten. Die höhere Verbindlichkeit in einer solchen Studiengruppe zeigt sich auch darin, dass die Teilnehmerinnen zum regelmäßigen Kommen angehalten sind und sich entsprechend abmelden, falls sie verhindert sind.

Die „Fokustreffen“ sind weltweit auf den Samstag festgelegt. Die Uhrzeit wird in den „Fokusgruppen“ individuell bestimmt.38 Vor Beginn jeder Sitzung wird die Gruppe telefonisch auf einem Anrufbeantworter in Istanbul angemeldet. Das magnetische Feld, das nach Auffassung der Bewegung beim gemeinschaftlichen Lesen in jeder „Fokusgruppe“ entsteht, wird auf diese Weise weltweit aufgespannt. Schwankungen und Brüche dieses Magnetfeldes sind möglichst zu vermeiden. Sie würden nach der Erläuterung Çoraks durch „Individuelle Gedanken“39 hervorgerufen und seien der Bildung einer kollektiven Bewusstheit hinderlich. Wenn das magnetische Feld einer „Fokusgruppe“ unterbrochen werde, könne sie im kosmischen System nicht verzeichnet werden, was auf Dauer zum Ausschluss aus dem System führe.40

Die Verbindung mit Istanbul wird neben der wöchentlichen telefonischen Anmeldung auch durch regelmäßige Fahrten in die Türkei gepflegt. Angesetzt sind Fahrten über den 18. Februar, zur „Universalen Neujahrsfeier“,41 und um den 20. Juni herum, der Zeit der Sommersonnenwende.42

Zur Gründung einer neuen Studiengruppe sind theoretisch sechs Personen erforderlich (KB 14.102), in der Praxis werden jedoch mittlerweile drei Personen akzeptiert. Die Gruppen finanzieren sich jeweils durch Mitgliederbeiträge.43 Im KB und auch im Gespräch mit Anhängerinnen wird die individuelle Freiwilligkeit betont, die Menschen zur Praxis des KB führe: „Diejenigen, die diese Botschaften bekommen […], wird man zu euch schicken. Keiner soll irgendwen zwingen. […] Wer wünscht, wird die Hefte führen44“ (KB 13). Zugleich wird im KB die Vision einer „Ausbreitung im gesamten Universum“ (KB 14) entwickelt, die als eine Art Schneeballsystem vorgestellt wird. Personen, die das KB in einer Studiengruppe 62 Wochen lang gemeinsam studiert haben, sollen jeweils eine eigene Studiengruppe gründen. Die Blumensymbolik der Bewegung (Emblem, Sonnenblumen an den Werbeständen) hat hier ihren Ursprung, denn die Gründung neuer Gruppen wird im KB als Aufblühen von Blumen metaphorisiert (vgl. KB 14.102). Nach Angaben der Münchner Gruppe sei dieses Ausbreitungssystem bisher jedoch nur unzureichend von den Anhängerinnen und Anhängern umgesetzt worden. Heute genüge die Weitergabe von Faszikeln an Interessierte, um den Ausbreitungsauftrag Mevlanas zu erfüllen.
 

Erfahrungen beim Besuch der Münchner Gruppe

Um die Bewegung aus eigener Anschauung zu erleben, besuchte ich im Juni 2024 zwei für Besucher geöffnete Samstagstreffen der „Fokusgruppe“ in München. Im Vorfeld wurde ich darum gebeten, pünktlich vor Beginn beim Veranstaltungsort zu erscheinen, da ein Eintritt in den Raum nach 19 Uhr nicht mehr möglich sei. Diese Regelung ergibt sich aus der erwähnten Vorstellung, dass beim gemeinschaftlichen Lesen des Buches ein magnetisches Feld entsteht, das nicht unterbrochen werden darf. Bei den Treffen lag das KB aufgeschlagen auf einem Tisch, an der Wand befand sich ein Bild Çoraks und ein Roll-up mit der Gesamtdarstellung des Kosmos aus dem KB. Bei den von mir besuchten Treffen waren etwa vierzig Personen anwesend. Es handelte sich mehrheitlich um Frauen mittleren Alters, einige wenige junge Frauen sowie einzelne Männer. An die Teilnehmenden wurden autorisierte Kopien des KB mit dem Faszikel verteilt, der an dem jeweiligen Abend gelesen werden sollte. Pünktlich um 19 Uhr wurde der Raum geschlossen. Zu Beginn trug eine „Sonnenlehrerin“ die Einleitung zum KB vor. Durch eine weitere „Sonnenlehrerin“ wurde dann der Faszikel für die Woche vorgelesen, was etwa neunzig Minuten in Anspruch nahm. Im Anschluss wurde durch dieselbe Person eine sogenannte „Erklärung“ des Faszikels geboten, wobei diese am ersten von mir besuchten Abend eher einer Paraphrase des Gelesenen glich. Am zweiten Abend gab eine andere „Sonnenlehrerin“ etwas detailliertere Erklärungen, wobei sie auch die an der Wand hängende Grafik mit der Darstellung des Kosmos einbezog. Rückfragen wurden nicht gestellt, auch eine Diskussion fand nicht statt. Hier wird umgesetzt, was Çorak in ihren Schriften eigens betont: „Bei den Kosmischen Studien gibt es keinen Platz für Individuelle Gedanken“,45 denn das Energiefeld der Fokusgruppe dürfe nicht gestört werden. Nur ich erhielt vor Beginn der Veranstaltung Stift und Zettel, um Fragen zu notieren. Diese wurden nach den Erläuterungen der „Sonnenlehrerin“ nach vorne gereicht und beantwortet.

Danach befragt, welche Attraktivität das KB für sie persönlich habe, antworteten mir einige Frauen, dass sie durchaus positive Erfahrungen mit der (katholischen) Kirche gemacht hätten, in der sie zum Teil aufgewachsen seien, dass sie aber ein Gefühl der „religiösen Sättigung“ verspürt und nach einer Vertiefung ihrer spirituellen Erkenntnis gesucht hätten. Andere wiederum erzählten von der seriellen Begegnung mit mehreren Religionen im Verlauf ihres Lebens. Eine ehemalige Teilnehmerin der Münchner Gruppe beschrieb mir ihre Motivation in einer E-Mail auf folgende Weise:

Ich habe mich in vielen Religionen aufgehalten, immer das Gemeinsame gesucht und gefunden. Und ich habe immer ein kosmisches Dach gesucht, welches alle Religionen vereinigt und Raum für die Menschheit bietet, sich in ethischer und wissenschaftlicher Entfaltung ihrer Spiritualität zusammen und nicht gegeneinander zu entwickeln. Ich habe viele Jahre mit der evangelischen Studentengemeinde in München zusammengearbeitet und einen Runden Tisch für die Belange der Kroaten, Serben und bosnischen Muslime in München während des Jugoslawienkrieges gegründet. 2012 bin ich aus der Kirche ausgetreten, weil mir „das Kleid der Kirche zu eng geworden war“. 2009 habe ich das Kenntnis Buch kennengelernt, und dieses Buch hat bis heute meine Vorstellung von ethischer und wissenschaftlicher Weiterentwicklung erfüllt.

Meine kritische Rückfrage, ob nicht andere Religionen abgewertet würden, auch das Christentum, wenn von „religiöser Sättigung“ die Rede sei, wenn Rituale als überflüssig46 und der Umgang mit heiligen Schriften in anderen Religionen als ritualistisch47 gekennzeichnet würden, wiesen die Teilnehmenden zurück. Sie insistierten darauf, dass das Lesen und Abschreiben des KB innerhalb jeder Religion möglich sei, die angestammte Religion also nicht aufgegeben werden müsse. Entsprechend erzählten mir die Teilnehmerinnen von einer Pfarrerin in Frankfurt und einem Pfarrer im Münchner Raum, die das KB abschreiben würden.

An beiden Abenden war ich offenbar der einzige Gast, denn nur ich bekam Zettel und Stift, um etwaige Fragen zu stellen. Obwohl ich freundlich aufgenommen wurde und man sichtlich bemüht war, mich zu integrieren und mir Informationen über die Gruppe zu geben – ich durfte auch nach dem Ende des offiziellen Teils noch Fragen stellen –, wurde ich nicht explizit zu weiteren Treffen eingeladen und auch im Nachgang nicht werbend kontaktiert.
 

Stellungnahme

Die Besonderheit des KB liegt zweifellos in seinem Charakter als esoterische Neuoffenbarung im islamischen Kontext: Klassisch islamische Glaubenssätze wie die strenge Einzigkeit Gottes, der Koran als letzte und maßgebliche Offenbarung und Mohammed als letzter Prophet werden mit Elementen der westlichen Esoterik verbunden: mit Karma, Reinkarnation sowie Motiven aus der theosophischen I-Am- bzw. Ufobewegung. Der zentrale Anspruch des KB lautet dabei, selbst keine neue Religion begründen zu wollen, sondern eine Transformation der Menschheit von der Religion zu Vernunft und Wissenschaft zu ermöglichen. Im Kontext der Türkei als Ort der Entstehung erschließt sich das KB somit als Versuch, traditionelle muslimische Religiosität, die das Land bis zu Atatürk über Jahrhunderte hinweg geprägt hat, mit dem Anspruch westlicher Wissenschaft und technologischer Höherentwicklung der Menschheit zu verbinden.

Vedia Bülent Çorak und die von ihr begründete Bewegung definieren das KB in Abgrenzung zu „Religion“ als Buch der Wissenschaft und Vernunft und betonen, dass die Praxis des KB über die spalterische Anbindung der Menschen an eine bestimmte „Religion“ hinausführe. Dennoch ist das KB deutlich einer esoterischen Weltanschauung verpflichtet. Es kommt einem Bedürfnis nach Verbindung von Spiritualität und wissenschaftlicher Erkenntnis entgegen, wie es sich unter den spezifischen Bedingungen der Moderne ergibt. Der breite Raum, den der Gedanke von der friedlichen Vereinigung der Menschheit und der Religionen im KB einnimmt, entspricht zum einen theosophischen Grundüberzeugungen. Zum anderen dürfte er auch spezifischen Sehnsüchten und Hoffnungen entspringen, die zur Entstehungszeit des KB (1981–1993), d.h. zur Zeit des Kalten Krieges und des Zusammenbruchs der Blöcke, virulent waren. Auch in der Gegenwart, zwischen multiplen Krisen und neu aufflammenden Kriegen, mag der Gedanke der friedlichen Menschheitsvereinigung und die Idee vom Chaos der Welt als Prüfung und Geburtsschmerz der endzeitlichen Transformation für einige Menschen neue Attraktivität gewinnen.

Kritisch zu bewerten ist freilich der Anspruch des KB, als Buch der „Wahrheit“ und „Wissenschaft“ einen Standpunkt jenseits der Religionen einzunehmen. Dies führt zu einer Blindheit gegenüber der eigenen weltanschaulichen und kulturellen Herkunft, der niemals gänzlich zu entkommen und die es entsprechend anzuerkennen, nicht aber zu leugnen gilt. Die Rede von „religiöser Sättigung“ sowie das pauschale Bild von der ritualistischen Prägung anderer Religionen wird deren Selbstanspruch in keiner Weise gerecht und muss selbst als vereinnahmend gewertet werden.

Mit dem jüdisch-christlichen Menschenbild, das die Annahme und Rechtfertigung des ganzen Menschen in seiner Geschöpflichkeit betont, erscheint die Vorstellung vom Menschen als „Energiedepot“, das durch energetische Höherentwicklung selbst zu Gott werden kann, nicht vereinbar. Welchen Platz etwa Krankheit und Behinderung in einem Weltbild haben können, das gänzlich auf den geistigen Aufstieg in höhere energetische Sphären ausgerichtet ist, bleibt im Zusammenhang des KB unreflektiert.

Im Hinblick auf die Praxis der Bewegung stellt sich die Frage nach etwaigem religiösen bzw. spirituellen Druck, der für die Teilnehmenden entsteht. Während sich bei meinem zweimaligen Besuch der Münchner Gruppe keine direkten Hinweise darauf erkennen ließen, berichtete eine Aussteigerin davon, dass sie das umfangreiche wöchentliche Schreibpensum und die verpflichtenden Gruppentreffen als beträchtliche Last erlebt habe. Offen bleibt auch, ob es Raum für Kritik an der Gründerin gibt, deren Aussagen im KB als Durchsagen himmlischer Autoritäten gelten. Fragen und Diskussionen haben bei den Lesungen dezidiert keinen Platz. Auch hinsichtlich zentraler Vorstellungen des KB, etwa der Idee vom Kosmos als Abfolge hierarchischer Instanzen („System“, „Ordonnanz“, „Ordnung“, „Vereinigter Rat“, „Kozmoz Föderal Parlament“, KB 1086) und der Überwachung der Gehirne, ist zumindest die Anfrage zu formulieren, inwieweit in den „Fokusgruppen“ die Gefahr von autoritärer Vereinnahmung der Mitglieder besteht bzw. reflektiert wird.


Eva-Maria Kreitschmann (München) November 2024

 

Anmerkungen

  1. Vgl. auch die knappe Darstellung in Relinfo.ch, Bilgi Kitabi. Das Kenntnis Buch, https://www.relinfo.ch/lexikon/theosophie-und-esoterik/esoterik/bilgi-kitabi-das-kenntnis-buch/ (letzter Aufruf aller in diesem Beitrag genannten Internetquellen am 8.8.2024).
  2. Unter „Eventprogramm“ in der Ankündigung des „10. Lebensfreude Festivals 2024“ auf der Website der „Lebensfreude“-Messen, https://tinyurl.com/dhn86ks3.
  3. „Zum Thema aus dem Kenntnis Buch“, One Spirit Multi-Media-Magazin 03–04/2020 (Themenheft „Was ist eigentlich Liebe?“), tinyurl.com/46xutjrt.
  4. Siehe die Ankündigung unter https://nachtderreligionen.de/events/universum-und-musik/.
  5. Nach Angabe von Angehörigen der Münchner Gruppe Abitur.
  6. Vgl. Sakine Ak, „Yeni Dini Akımlar Bağlamında Dünya Kardeşlik Birliği Mevlana Yüce Vakfı Örneği“ (Masterarbeit, Dokuz Eylül Universität Izmir, 2008), 33.
  7. Video „Who Is V. Bülent Çorak“ unter „Our Founder“ auf der türkischen Website der World Brotherhood Union Mevlana Supreme Foundation, https://tinyurl.com/46vf52sh.
  8. Vgl. dazu unten den Abschnitt zum „Entstehungskontext“.
  9. Vgl. die Angabe des Gründungsjahres im Video „Message of Our President“ auf der Website der Foundation, https://tinyurl.com/mvm32vm3.
  10. Vgl. die Übersicht unter „The Knowledge Book Studies Worldwide“ auf der Website der Foundation, https://tinyurl.com/4uvzt33w.
  11. So die mündliche Auskunft der Münchner „Fokusgruppe“; vgl. die deutsche Ausgabe des KB Vedia Bülent Önsü Çorak, Das Kenntnis Buch, hg. von Welt Brüderlichkeit Union Erhabene Stiftung Mevlana, 2. Aufl. (Istanbul: Mevlana Birleşik Alan Yayıncılık Sanat Organizasyon, 2016) (Übers. von Bilgi kitabi [1996]).
  12. Vgl. unter „Call to World Peace“ auf der Website der Foundation, https://tinyurl.com/yn6fbxuv.
  13. Video „Message of Our President“.
  14. Vedia Bülent Önsü Çorak, Licht (Istanbul: Mevlana Birleşik Alan Yayıncılık Sanat Organizasyon, 2012), 14 (Übers. von Işık [2007]).
  15. Mit EKB sind hier und im Folgenden die Erläuterungen zum KB bezeichnet (Beigabe zum KB).
  16. Schreibweisen und Diktion der zitierten Quellen sind unverändert beibehalten.
  17. Çorak, Licht, 1.
  18. Der Wortstamm „erwach-“ kommt im KB 245-mal vor.
  19. Vgl. dazu die Grafiken in KB 970 und 1086.
  20. Çorak, Licht, 5.
  21. Vgl. Helena Blavatsky, Der Schlüssel zur Theosophie, 3. Aufl. (Satteldorf: Theosophische Verlags-Gesellschaft, 1995), 21, 58.
  22. Fast jeder Faszikel im KB ist mit dem entsprechenden Kürzel „F.G.Z.“ unterschrieben.
  23. „Was ist Das Kenntnis Buch?“ auf der Website der Welt Geschwisterlichkeit Union Deutschland e.V., https://tinyurl.com/mtr73wph.
  24. Vgl. z.B. KB 276.442.1001.
  25. Vgl. KB 24.323.
  26. Vgl. KB 853: Atatürk als „Lichtfreund“, „Gesandter Gottes“ und „Erleuchtender GOTTES Freund“.
  27. KB 853.856.895.899.910.977.
  28. Çorak, Licht, 2.
  29. Çorak, Licht, 2.
  30. Çorak, Licht, 1.
  31. Als „kotieren“ wird das „Durchkämmen, Messen, die Ebene bestimmen“ bezeichnet (KB 195).
  32. Vedia Bülent Önsü Çorak, Vom Weltraum an die Welt (Istanbul: Mevlana Birleşik Alan Yayıncılık Sanat Organizasyon, 2017), 91 (Übers. von Uzay’dan Dünya’ya [2014]).
  33. Vgl. KB 1002 und die Rede von „sehr Fortgeschrittenen Planeten“.
  34. Vgl. den Eintrag „Ashtar Command“ bei Relinfo.ch, https://tinyurl.com/y7b74xzt, sowie Andreas Grünschloß, „UFO-Bewegungen“, in: Reinhard Hempelmann u.a. (Hg.), Panorama der neuen Religiosität. Sinnsuche und Heilsversprechen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, vollständig überarbeitete Neuausgabe (Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2005), 258–271, 260–263.
  35. Hinzu kommt ein etwa dreißigseitiges Wörterverzeichnis (KB 1139–1168).
  36. Vgl. Çorak, Vom Weltraum an die Welt, 91.
  37. Vgl. die Aussage der Life-Coachin und Anhängerin des KB Kirke vom Scheidt in Magdalena Kratzer, „Erleuchtung oder Realitätsverlust. Verein ‚Kenntnis Buch‘ veranstaltet Vortrag in Murnau – Sekten-Experte ist skeptisch“, Münchner Merkur, 4.8.2017, 12.
  38. So mündliche Angaben der Münchner „Fokusgruppe“.
  39. Çorak, Vom Weltraum an die Welt, 91: „Magnetische Auren werden durch Kollektive Bewusstheiten gebildet.“
  40. Vgl. Çorak, Vom Weltraum an die Welt, 91.
  41. Die Bewegung geht davon aus, dass vor dem islamischen Mondkalender und vor dem gregorianischen Kalender der 18. Februar in einem „universalen jährlichen Kalender“ den Neujahrsbeginn markierte (so mündliche Angaben der Münchner Gruppe).
  42. Während der Sommersonnenwende gehen nach Vorstellung der Bewegung besonders hochfrequente Energiestrahlen auf die Erde nieder.
  43. Vgl. KB 13; Satzung der Welt Geschwisterlichkeit Union Deutschland e.V., 2.
  44. Gemeint ist das Abschreiben des KB, das in Heften vorgenommen wird.
  45. Çorak, Vom Weltraum an die Welt, 91.
  46. Çorak, Vom Weltraum an die Welt, 91.
  47. Erkennbar pejorativ ist in diesem Zusammenhang von „Anbetung“, „Verehrung“ oder „Religionsbüchern“ die Rede.