Bernhard Lauxmann für das Team der EZW

Start des REDICON-Drittmittelprojekts und Begrüßung von Jan Philipp Hahn

Die Akquise von Forschungsmitteln des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) durch unseren Referenten Bernhard Lauxmann und die erfolgreiche Übertragung der bewilligten Gelder an die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat es ermöglicht, an der EZW Berlin für die Dauer von drei Jahren eine wissenschaftliche Projektstelle (75 %) einzurichten. Die Projektstelle wurde bereits im Mai mit dem evangelischen Theologen Jan Philipp Hahn besetzt. Dass mit diesem „Drittmittelsegen“ zugleich die Anerkennung der EZW als DFG-Forschungsstätte einherging, ist eine große Chance für die weitere Profilierung der EZW als kirchliche Forschungseinrichtung mit evangelischem Profil.

Das DFG-Forschungsprojekt REDiCON (Religion – Digitality – Confessio⁠nality) ist interkonfessionell und interdisziplinär angelegt. Teilprojekt B ist schwerpunktmäßig an der EZW beheimatet und wird von Bernhard Lauxmann gemeinsam mit Manuel Stetter geleitet. Stetter ist Professor für Praktische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Rostock. Das Teilprojekt widmet sich vor allem der Analyse konfessorischer Praktiken und Selbstrepräsentationen in auf YouTube eingestellten Videos. Teilprojekt A wird von der römisch-katholischen Religionspädagogin und Mediendidaktikerin Viera Pirker geleitet, die Professorin für Religionspädagogik und Mediendidaktik am Fachbereich Katholische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main ist und aktuell auch das Amt der Vizepräsidentin für Studium und Lehre ausübt. Das Team in Frankfurt widmet sich der Perspektive der Produzent:innen, der sogenannten Content Creators. Das Teilprojekt C mit Fokus auf den Rezipient:innen der Videos wird von der Religionswissenschaftlerin Anna Neumaier geleitet, die als Professorin am Zentrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität in Bochum forscht und zuvor dem Kompetenzzentrum „Digitale Religiöse Kommunikation“ am Zentrum für angewandte Pastoralforschung (ZAP) vorstand. In Bochum hat auch bereits Ariane Kovac, eine Soziologin mit Schwerpunkten im Feld von Evangelikalismus, digitaler Religion und ethnografischen Methoden, ihre Arbeit als REDiCON-Projektmitarbeiterin aufgenommen. Ziel des REDiCON-Projektteams ist es, durch empirische und praxistheoretisch fundierte Zugriffe im Feld von christlich-religiösem Influencing ein vertieftes Verständnis von Veränderungen im Bereich des Konfessionellen angesichts einer Kultur der Digitalität zu gewinnen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Videoplattform YouTube.

Wir freuen uns, mit Jan Philipp Hahn eine Person gewonnen zu haben, die große Leidenschaft für den Schnittbereich zwischen Religionssoziologie, Sozialethik und Praktischer Theologie mitbringt und in der Lage ist, „konfessorische Praktiken“ auf YouTube zu untersuchen und dabei gesellschaftsrelevante Fragestellungen im Blick zu behalten. Mithilfe eines ausgefeilten Methodeninstrumentariums wird Hahn komplexe Analysen im Bewegtbildbereich durchführen und die den YouTube-Videos eingezeichneten Praktiken rekonstruieren. Hahn verfügt über einen großen Kenntnis- und Erfahrungsreichtum und ist durch die Mitarbeit bei Prof. Dr. Andreas Feldtkeller und Prof. Dr. Hans Joas im Laufe seines Studiums für interkulturelle Problemlagen ebenso wie für religionssoziologische Fragestellungen besonders sensibilisiert. Dass Hahn gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und politische Polarisierungen nicht nur auf theoretischer Ebene spannend findet, illustriert auch sein Engagement in der Guardini Stiftung e. V., der Berliner Stadtmission und der interreligiösen Dialoginitiative „DialoguePerspectives“ eindrücklich. Wir heißen ihn in der EZW herzlich willkommen!
 

Bernhard Lauxmann für das Team der EZW (Mai 2024)