„Ein Kurs in Wundern“

„Dies ist ein Kurs in Wundern. Bitte machen Sie sich Notizen.“ Mit diesen Worten offenbarte sich eine tonlose Stimme im Jahre 1965 der Psychologin Helen Schucman (1909 – 1981) zum ersten Mal. Was folgte, war die Produktion der über 1000-seitigen spirituellen Offenbarungsschrift „A Course in Miracles“ (ACIM; dt. „Ein Kurs in Wundern“), welche 1976 veröffentlicht wurde und sich seitdem millionenfach verkauft hat. Das oft als „New-Age-Bibel“ bezeichnete Werk soll eine „Spirituelle Psychotherapie im Selbststudium“ bieten und nicht nur der Förderung eines monistischen Wirklichkeitsverständnisses, sondern auch der gezielten Geistesschulung in (Selbst-)Vergebung dienen. Auch wenn die mit ACIM verbundene Bewegung keine zentrale Organisationsstruktur hat, so findet die Schrift doch bis heute eine breite Rezeption in spirituellen Kreisen, v. a. durch weiterentwickelte Interpretationen von spirituellen Coaches wie Marianne Williamson, Eckhart Tolle oder Chuck Spezzano.

Hintergrund

Die promovierte Psychologin Helen Schucman, die den Text von ACIM „channelte“ (dt.: Botschaften von Wesen aus anderen Ebenen erhalten), wurde 1909 in New York geboren. Als Tochter eines religiös indifferenten Vaters und einer Mutter, die sich intensiv mit Theosophie, Christian Science und der Neugeist-Bewegung beschäftigte, hatte Schucman zeitlebens ein zwiespältiges Verhältnis zu institutionalisierter Religion. Obwohl ein baptistisches Kindermädchen sie nachhaltig prägte, wendete sie sich als Erwachsene zunächst vollständig von allem Religiösen ab und bezeichnete sich als rationale, später gar als „zornige Atheistin“ (Wapnick 1999, 67). Mit Anfang vierzig nahm sie ein Psychologiestudium auf und arbeitete im Anschluss daran als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Columbia University College of Physicians and Surgeons unter dem medizinischen Psychologen William Thetford (1923 – 1988).

Wie in der Gründungslegende von „Ein Kurs in Wundern“ geschildert, bewegten sich Schucman und Thetford in einem äußerst konkurrenzbetonten Arbeitsumfeld, was Thetford im Frühjahr 1965 zu dem Ausspruch veranlasste: „Es muss einen anderen Weg geben, mit Menschen und Problemen umzugehen, und ich bin entschlossen, ihn zu finden“ (Schucman / Randow-Tesch 2014b, 1). Retrospektiv berichtete Schucman: „Als wäre dies mein Stichwort, willigte ich ein, ihm diesen Weg finden zu helfen. Offensichtlich ist dieser Kurs jener andere Weg“ (Schucman / Randow-Tesch 2014, xv).

Unmittelbar vor dem Beginn der ersten Visionen Schucmans beschäftigte sich Thetford intensiv mit dem Leben und Werk des hellseherischen Heilers Edgar Cayce (1877 – 1945), der auch in der New-Age-Bewegung große Rezeption fand. Dessen Betonung von Meditation und Trancezuständen als Zugang zu einem tieferen Verständnis einer allen Dingen zugrunde liegenden Einheit beeindruckte Thetford nachhaltig. Er begann, regelmäßig zu meditieren, und bewegte Schucman dazu, es ihm gleichzutun. Deren erste Träume und Visionen, die sich nach und nach zu der tonlosen Stimme entwickelten, die sie später mit Jesus Christus identifizierte, scheinen somit direkte Verbindungen zur parapsychologischen Tradition zu haben.

Auf Anraten von Thetford begann Schucman, die visionären Erfahrungen aufzuschreiben, und wurde so nach und nach mit der „STIMME“ (Schreibweise wie im Original) bekannt, die ihr „eine Art schnelles inneres Diktat“ vorgab, welches sie stenografierte. Wie Schucman betonte, habe sie sich während des Diktats jedoch nie in einer Trance befunden; sie habe das Schreiben jederzeit unterbrechen und später problemlos wieder aufnehmen können (vgl. Schucman / Randow-Tesch 2014, xvi).

Über einen Zeitraum von sieben Jahren notierte Schucman die Lehren der „STIMME“ und las sie Thetford am jeweils darauffolgenden Tag vor, bevor dieser sie abtippte. Als Freund und erster Anhänger des „Kurses“ bildete er die Konstante, die Schucman, ein scheinbar widerwilliges Medium, darin bestärkte, die offenbarten Lehren vollständig zu verschriftlichen (vgl. Schucman / Randow-Tesch 2014, xvi). Nach Fertigstellung des „Urtexts“ und redaktionellen Überarbeitungen wurde das Werk schließlich unter Mitwirkung zweier weiterer Anhänger der ersten Stunde – Kenneth Wapnick und Judy Skutch-Whitson – im Jahre 1976 veröffentlicht. Schucman wurde zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht als Autorin genannt.

ACIM sollte keine neue Gemeinschaft initiieren, auch wenn alle Beteiligten davon überzeugt waren, dass der Text die Bedeutung einer offenbarten Wahrheit habe, die verkündet werden müsse. Gleichzeitig sollte und wollte Schucman nicht offiziell als Prophetin oder Medium etabliert werden, möglicherweise um zu vermeiden, mit den oft als unseriös angesehenen spiritistischen Medien auf eine Stufe gestellt zu werden, oder auch um zu viel medialer Aufmerksamkeit zu entgehen (vgl. Taves 2016, 209). Stattdessen offenbarte die Stimme durch Schucman, dass Kenneth Wapnick die Lehren von ACIM durch Kurse, Auslegungsschriften und Vorträge vertiefen solle. Daraufhin gründete Wapnick 1983 die Foundation for A Course in Miracles (FACIM), woraus sich ein ACIM-Lehrzentrum in Crompond, New York, entwickelte. Unterdessen wurde Judy Skutch-Whitson mit der eigentlichen Veröffentlichung des Textes durch die von ihr (ursprünglich als parapsychologische Organisation) gegründete Foundation for Inner Peace (FIP) beauftragt.

Diese dezentralisierende Maßnahme hat bis heute Auswirkungen auf die Rezeption und die Auslegung des „Kurses“. Zwar gehören die FACIM und die FIP – zwei Institutionen, die sich mittlerweile vereinigt haben – zu den „führenden“ Autoritäten, wenn es um die „reine“ Lehre und den autoritativen Text des „Kurses“ geht. Daneben haben sich jedoch von Beginn an weitere Institutionen mit konkurrierenden Text-Varianten ebenso wie einzelne Coaches etabliert, die erfolgreich eigene ACIM-inspirierte Ratgeberliteratur und weiterführende (offiziell nicht autorisierte) Seminare anbieten.

Aufbau und Methode

„Ein Kurs in Wundern“ besteht aus drei Teilen: einem Textbuch mit der Darlegung der Lehre, einem Übungsbuch mit 365 Lektionen sowie einem „Handbuch für Lehrer“, welches mögliche Fragen behandelt, die beim Studium des „Kurses“ aufkommen können. Das Textbuch eröffnet den Lernenden sogleich, dass der „Kurs“ ein „Pflichtkurs“ sei, welcher einen festen Lehrplan enthalte, den man sich jedoch zeitlich frei einteilen könne. Die drei Teile sind zu einem großformatigen Buch mit dem beachtlichen Umfang von 1320 Seiten zusammengefügt.

In der individuellen Praxis liegt der Schwerpunkt von ACIM auf dem Übungsbuch. Die 365 Lektionen, die sich über den Zeitraum von mindestens einem Jahr erstrecken, zielen darauf ab, den „Geist systematisch in einer anderen Wahrnehmung von allen und allem in der Welt zu schulen“ (Schucman / Randow-Tesch 2014, ÜB 1). In dieser veränderten Wahrnehmung liegt denn auch das „Wunder“, welches für den „Kurs“ namensgebend war: Wunder sind demnach keine unerklärlichen Phänomene in der Außenwelt, sondern Ausdruck einer veränderten inneren Haltung. Ziel ist es, sich von den angsteinflößenden Illusionen des Egos zu lösen. Dies soll nach und nach durch die einzelnen Lektionen eingeübt werden. So fordert Lektion 1 zum Beispiel: „Nichts, was ich in diesem Raum sehe [auf dieser Straße, von diesem Fenster aus, an diesem Ort], bedeutet etwas.“ Um diesen Gedanken zu verinnerlichen, wird anschließend beispielhaft seine praktische Umsetzung veranschaulicht, indem der Text die Lesenden auffordert: „Sieh dich jetzt langsam um und übe dich darin, diesen Gedanken ganz konkret auf alles anzuwenden, was du gerade siehst: Dieser Tisch bedeutet nichts. Dieser Stuhl bedeutet nichts …“ (kursiv im Original, Schucman / Randow-Tesch 2014, II 3). Aufgebaut wie ein Lehrwerk, kommen im Übungsbuch auch regelmäßig Sequenzen vor, in welchen bereits Gelerntes wiederholt und mit weiteren Stellen aus dem Textbuch in Zusammenhang gebracht wird (vgl. Schucman / Randow-Tesch 2014, II 80).

Lehre

A Course in Miracles lehrt einen Geistmonismus – ein göttliches Einssein aller spirituellen Dinge. Dieses dem gnostischen Denken ähnliche Grundprinzip kann jedoch nicht verinnerlicht werden, da das „Ego“ die Illusion einer dualistischen Welt erschaffen hat, in welcher sich der Mensch fälschlicherweise als ein von Gott getrenntes Individuum wahrnimmt. Die Folgen dieser Illusion des Getrenntseins von Gott sind Angst und Schuld, die sich auf alle Bereiche des Lebens auswirken. Gerade zwischenmenschliche Beziehungen werden vergiftet, da das „Ego“ beharrlich nach Anerkennung strebt, um seine Eigenständigkeit zu bestätigen. Auch wenn diese Welt ausschließlich Projektion ist, wird sie, mitsamt ihren Konflikten, als real empfunden (vgl. Schucman / Randow-Tesch 2014, xviii – xix). Darum ist das Ziel von ACIM die Auflösung der Illusion, indem das Wissen um das allumfassende Grundprinzip des Göttlichen durch diszipliniertes Umdenken wieder verinnerlicht wird.

Die zentrale Botschaft des „Kurses“ heißt: „Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden GOTTES“ (Hervorhebung wie im Original, Schucman / Randow-Tesch 2014, TB 1). Das Ziel des inneren Friedens dient somit als Motivation, sich mit dem „Kurs“ Schritt für Schritt aus dem Denken des „Egos“ zu befreien. Der Weg dorthin führt über die (Selbst-)Vergebung. Um dem „Ego“ die Lebensgrundlage zu nehmen, muss man sich nach und nach von der Wurzel aller Illusion befreien – nämlich dem Gedanken, dass etwas getrennt von Gott existieren könne. Denn nur auf Basis dieser Fehlvorstellung, auf die sich das eigene Schuldbewusstsein aufbaut, kann die Welt des Egos bestehen.

Eine Änderung des Verhaltens oder das Erlernen neuer Rituale führen dabei ins Leere. Diese Veränderungen finden auf der Ebene der Illusion statt. Doch nur ein veränderter Geist kann den Grundfehler beheben. „Veränderung bedeutet nichts auf der Ebene der Symptome, auf der sie nicht wirksam sein kann“ (Schucman / Randow-Tesch 2014, TB 29). Doch auch der veränderte Geist kommt nicht über die Ebene des Egos hinaus, und somit bleiben selbst die geübtesten ACIM-SchülerInnen letztendlich immer im „Traum“ verhaftet, wenn auch angstbefreit durch das Wissen, dass nichts in der Welt, wie sie sie wahrnehmen, etwas verändert (vgl. Schucman / Randow-Tesch 2014, HB 75).

„Ein Kurs in Wundern“ fällt durch seine christliche Rhetorik auf, die viele Lesende zunächst irritiert. So wird jeder einzelne Mensch als „GOTTESSOHN“ verstanden, welcher durch die Erschaffung des Egos vom Vater getrennt ist. Ähnlich dem paulinischen Ablegen des alten Adams und dem Wiederauferstehen in Christus kann diese Trennung von Gott mithilfe des „Heiligen Geistes“ überwunden werden, der als von Gott gesandte Antwort geschickt wurde, um die „Schau Christi“ – den Moment der Erkenntnis, dass alles (in) Gott ist – durch (Selbst-)Vergebung zu ermöglichen (vgl. Mehnert 1996, 256 – 265). Der Akt der Erlösung (vom Ego) wird jedoch selbst herbeigeführt.

Neben Begriffen wie die „Schau Christi“ oder die Macht des „Heiligen Geistes“ finden sich regelmäßig Erläuterungen rund um „Vergebung“ und „Erlösung“. Auch das Ostergeschehen wird aufgegriffen. Dabei werden Kreuz und Auferstehung nicht als einmaliges Ereignis verstanden, sondern als andauernder, sich wiederholender (und letztlich nie abgeschlossener) Erkenntnisprozess, der zwischen der Welt des Egos und göttlicher Wahrheit hin und her schwingt. Die aus der christlichen Tradition vertrauten Begriffe werden somit inhaltlich neu besetzt.

Gegenwärtige Gruppen und LehrerInnen

Abgesehen von der Foundation for Inner Peace, die den Text vertreibt, und der Foundation for A Course in Miracles, die die autorisierten Kurse anbietet, hat sich ACIM nur bedingt institutionalisiert. In Deutschland wird „A Course in Miracles“ über den Greuthof-Verlag in Freiburg (i. Br.) vertrieben. Da der „Kurs“ als ein spirituelles Selbststudium angelegt ist, bedarf er nicht zwingend einer (An-)Leitung, auch wenn die Aufforderung zur täglichen Praxis es nahelegt, sich im Austausch mit anderen und heute vor allem in digitaler Gemeinschaft mit den Lektionen zu beschäftigen. In den sozialen Medien bilden sich momentan vermehrt translokale ACIM-Communities, die sich in Chats und Kommentarspalten bekannterer „Kurs“-Coaches zu den täglichen Lektionen austauschen. Ebenso entstehen neue Online-Foren wie die Aleph-Akademie, die täglich ACIM-Lesungen und -Meditationen mit wechselnden LehrerInnen anbieten (vgl. www.aleph-akademie.de).

Schucman ebenso wie Wapnick betonten wiederholt, dass es keine weisungsbefugten Autoritäten und auch keine feste Kerngemeinschaft mit kirchenähnlichen Strukturen geben solle. Stattdessen hat sich ein weltweit verzweigtes, dezentrales Netzwerk von losen (Lese-)Gemeinschaften gebildet. Gleichzeitig haben sich über die Jahre jedoch, entgegen der dezentralen Natur des „Kurses“, festere Gruppen um als besonders „authentisch“ geltende ACIM-LehrerInnen entwickelt. Die wohl derzeit erfolgreichste Vertreterin ist Marianne Williamson. Durch ihren Bestseller „Rückkehr zur Liebe“ (1992) und regelmäßige Auftritte bei Oprah Winfrey (deren spirituelle Beraterin sie ist) wurde sie zu einer der einflussreichsten spirituellen LehrerInnen der USA. Williamsons „Rückkehr zur Liebe“ kann dabei als klassisches Beispiel für die Auslegung einer autoritativen Schrift – in diesem Fall von ACIM – betrachtet werden. Jedes Kapitel hat ein eigenes Motto; Unter- und Kapitelüberschriften enthalten jedoch Zitate aus ACIM, welche dann im Folgenden, mit individueller thematischer Schwerpunktsetzung, näher erläutert werden.

In solchen Ratgebern präsentieren Coaches wie Williamson die ACIM-Lehren in vereinfachter und praktischer Form und zeigen anhand von Anekdoten aus ihrem Leben, wie der „Kurs“ ihr Leben verändert habe. Als lebende Beispiele und immer unter Bezugnahme auf den autoritativen Text des „Kurses“ bieten diese Coaches zusätzlich oft attraktive Angebote für eine alternative Lebensführung an, welche sie in Online-Seminaren, Wochenend-Retreats oder weiteren Büchern vertiefen. Weitere international bekannte ACIM-Lehrer sind u. a. David Hoffmeister und Motivationscoaches wie Chuck Spezzano oder Eckhart Tolle. Neben diesen weltweit bekannten Coaches finden sich häufig lokale „Kurs“-Lehrende wie Michael Ostarek, der in Thüringen eine „Kurs-WG“ unterhält.

Einschätzung

Vor dem Hintergrund eines zutiefst materialistisch geprägten und desillusionierten Amerikas der späten 1960er Jahre propagiert der „Kurs“, ähnlich wie die gegenkulturellen Jugendbewegungen, ein radikales Umdenken. Die inhaltliche Nähe zwischen ACIM und monistischen Lehren, welche zur Zeit der Entstehung des Textes innerhalb der aufkommenden New-Age-Bewegung weit verbreitet waren, dürfte jedoch primär auf Schucmans und Thetfords Rezeption von Edgar Cayce zurückgehen und weniger auf ein aktives Sich-Identifizieren mit dieser sozialutopischen und spirituellen Bewegung.

Da sich der „Kurs“ primär in Abgrenzung zu Negativem definiert, wirkt das Denksystem teils unselbstständig: Der gewünschte Frieden wird zur Abwesenheit von Konflikten, innere Ruhe beschreibt primär ein Nicht-Getriebensein. Dieser negativen Sicht auf die Welt wird sodann das „form- und unterschiedslose Einssein in Gott“ als Erlösung gegenübergestellt (vgl. Mehnert 1996, 262). Dieses Einssein, welches eine Unterscheidung von Schöpfer und Geschöpf nicht mehr zulässt, bleibt aber letztendlich unausgefüllt, da Gott nicht als mitfühlendes Gegenüber gedacht werden kann und der Mensch auf sich selbst zurückfällt. Wenn der Weg zur Wahrheit in einer Person selbst gefunden werden muss, mithilfe von Suggestivtechniken, welche das gewünschte radikale Umdenken erst ermöglichen, so tragen die ACIM-SchülerInnen die alleinige Verantwortung für ihre spirituelle Erlösung. Gleichzeitig laufen sie Gefahr, durch die andauernde Geistesschulung und den dadurch meist nach innen gerichteten Blick real in der Welt existierende Probleme zu übersehen.

Die Ernsthaftigkeit, mit der der „Kurs“ die materialistische Welt und allem voran die konfliktträchtigen und krankmachenden Beziehungen in der Welt kritisiert, sollte trotz allem gewürdigt werden. So kann man das Streben nach Auflösung des Egos durchaus im paulinischen Sinne als eine Erneuerung im Geiste verstehen, die dazu dient, die Trennung von Gott zu überwinden. Die vollständige Auflösung aller Leiblichkeit ist jedoch aus christlicher Sicht nicht nur unmöglich, da der Leib nicht unabhängig vom Geist gedacht werden kann, sondern scheint auch wenig erstrebenswert, weil der Leib zur Geschöpflichkeit gehört und somit einen essenziellen Teil des Menschlichen ausmacht.

Claudia Jetter, Januar 2022


Literatur

Gallagher, Eugene (2014): Reading and Writing Scripture in New Religious Movements. New Bibles and New Revelations, New York (Palgrave Studies in New Religions and Alternative Spiritualities).

Mehnert, Frank (1996): „Ein Kurs in Wundern“ und christlicher Glaube im Gespräch, in: MdEZW 59/9, 256 – 265.

Pöhlmann, Matthias (1999): „Ein Kurs in Wundern“ – Streit um Urheberrechte, in: MdEZW 62/10, 306 – 309.

Schucman, Helen / Randow-Tesch, Margarethe (2014): Ein Kurs in Wundern, 11. Aufl., Freiburg i. Br.

Schucman, Helen / Randow-Tesch, Margarethe (2014b): Kurzinformation zu Ein Kurs in Wundern, Freiburg i. Br.

Taves, Ann (2016): Revelatory Events. Three Case Studies of the Emergence of New Spiritual Paths, Princeton, NJ.

Wapnick, Kenneth (1993): Betrachtungen über „Ein Kurs in Wundern“, Gutach i. Br.

Wapnick, Kenneth (1999): Jenseits der Glückseligkeit. Das Leben Helen Schucmans und die Niederschrift von „Ein Kurs in Wundern“, Gutach i. Br.

Wapnick, Kenneth / Wapnick, Gloria (1998): Vom Traum Erwachen. „Ein Kurs in Wundern“ – Anfang und Ende der Traumwelt, Gutach i. Br.

Williamson, Marianne (2016): Rückkehr zur Liebe. Harmonie, Lebenssinn und Glück durch „Ein Kurs in Wundern“, 8. Aufl., München.


Internet

https://acim.org

https://www.aleph-akademie.de

https://kurswg.de

https://marianne.com