Transzendentale Meditation

TM-Gründer Maharishi Mahesh Yogi gestorben

(Letzter Bericht: 6/2006, 234) „Bekämpfe nicht die Finsternis. Bring das Licht, und die Finsternis wird verschwinden“ ist die Botschaft – zweimal zwanzig Minuten täglich Meditation der Weg, der zur harmonischen Selbst- und Weltentwicklung führen soll. Erst vor wenigen Wochen hatte der weltbekannte Guru und Begründer der Transzendentalen Meditation (TM) seinen Rückzug aus der Leitungsverantwortung der Bewegung bekannt gegeben. Am Abend des 5. Februar 2008 ist er im Alter von rund 90 Jahren im niederländischen Vlodrop verstorben, wie ein Sprecher erklärte. Der Maharishi („Großer Seher“), mit bürgerlichem Namen als Mahesh Prasad Varma vermutlich 1918 in Jabalpur in Nordindien geboren, hatte sich mit seiner Organisation schon 1990 in einem ehemaligen franziskanischen Kloster nahe der deutschen Grenze niedergelassen, wo sich heute der Hauptsitz der TM-Bewegung befindet.

Die Erfolgsgeschichte der „Geistigen Erneuerungsbewegung“, wie sie zunächst hieß, nahm 1959 in den USA und ab 1960 in Deutschland ihren Anfang. Zur großen Popularität der Meditationsmethode trugen seit der ebenso kurzen wie publikumswirksamen Affäre der Beatles mit der Philosophie des Yoga-Meisters im indischen Rishikesh (1968) immer wieder Prominente aus den unterschiedlichsten Branchen bei, darunter Mike Love von den Beach Boys, der Schauspieler Clint Eastwood, der Meister der alternativen Medizin Deepak Chopra oder der schottische Sänger Donovan. Die Hippie-Generation lag dem Maharishi zu Füßen, und Hollywood-Regisseur David Lynch erklärte unlängst in einem Interview, TM habe ihm in allen Lebensbereichen geholfen. Der Maharishi habe das Fundament für weltweiten Frieden gelegt.

Weltweit sollen rund fünf Millionen Menschen der Entspannungslehre anhängen, die sich als religiös unabhängige und wissenschaftlich nachprüfbare Meditationstechnik darstellt, ihren hinduistischen Hintergrund jedoch in den Veröffentlichungen deutlich dokumentiert. Durch die Rückkehr zum „kosmischen Bewusstsein“ soll der Mensch befähigt werden, Absolutes und Relatives zusammenzudenken und zur Transformation der Menschheit zum Göttlichen hin beizutragen. Schon ein Prozent TM-Praktizierender soll genügen, um die Lebensqualität einer Stadt deutlich zu verbessern und der idealen Gesellschaft näher zu bringen. Dies wurde als „Maharishi-Effekt“ bezeichnet, der durch das ebenfalls bekannt gewordene „yogische Fliegen“ (Sidhi-Fliegen, eine Art Levitation) verstärkt werden soll. Gelehrt wird dies in siebenstufigen Kursen unter Anleitung von ausgewiesenen TM-Lehrern. Seit Ende der achtziger Jahre wird von der Organisation das alternativ-medizinische Maharishi-Ayurveda betont. Es wurden „Städte der Unsterblichkeit“ und jüngst Friedenspaläste propagiert, die der individuellen und gesamtgesellschaftlichen Gesundung dienen sollen.

Nach dem Tod des Meisters steht nach Angaben eines TM-Sprechers jetzt Maharaja Nader Raam an der Spitze der Bewegung.


Friedmann Eißler