Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen - Materialdienst - Psychiater und Terrorismus
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Materialdienst 5/2004
Scientology

Psychiater und Terrorismus

(Letzter Bericht: 1/2004, 32f) Eine neue und doch bereits vertraute Verschwörungstheorie liefert die Scientology-Organisation zum Phänomen des weltweiten Terrorismus. In der Ausgabe 2/2003 des neuen, auch im Kiosk-Verkauf zugänglichen Magazins Free Mind wird als "Enthüllung" präsentiert, wer wirklich hinter dem islamistischen Terror-Netzwerk Al-Qaida steckt: nicht der in den Medien stets genannte Osama bin Laden, sondern sein "persönlicher Arzt" Ayman al-Zawahari. Der Mann ist nicht nur Chirurg, sondern, wie das Magazin behauptet, "auch ein Psychiater". Und anders als die sonstige große Medienwelt weiß das Magazin auch zu berichten, "dass bin Laden dafür bekannt war, psychiatrische Drogen einzunehmen". Damit die Nachricht nicht singulär stehen bleibt, wird nachgelegt: Schon die Taliban in Afghanistan hätten "psychotrope Drogen" gegen ihre Gegner eingesetzt, und auch die terroristische Hisbollah im Libanon habe amerikanische Gefangene mit Drogen malträtiert.

Das Fazit des Magazins, das unermüdlich L. R. Hubbard und seine Dianetik preist, ohne dass je das Wort "Scientology" fällt: 'Es zeigt sich, dass vereinzelte Psychiater und Psychologen ... hinter den terroristischen Aktionen stehen. Sie flößen bin Laden und anderen Unterstützern von militärischen Operationen ihre Motivation und Konditionierung ein.'" Man bestätigt also das scientologische Weltbild, wonach hinter allen Teufeleien dieser Welt vom Nationalsozialismus über den Balkankrieg bis hin zum Terrorismus bösartige Psychologen und Psychiater stecken, die bekanntlich dem selbst ernannten Seelen-Analytiker L. R. Hubbard nie recht die Ehre gegeben haben.

Lutz Lemhöfer, Frankfurt a.M.

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