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Zeitschrift für Religion und Weltanschauung 1/2021
Buddhismus

Buddhistische Gruppe streicht angesehenen Lama wegen sexueller Übergriffe von der Liste ihrer Lehrer

Ein angesehener tibetischer Geistlicher aus der Gelugpa-Tradition, der Tibeter Dagri Rinpoche (geb. 1958), der enge Kontakte zum Dalai Lama haben soll, wurde 2019 von zwei Frauen – unabhängig voneinander – sexueller Übergriffe bezichtigt. Sofort stellte die „Foundation for the Preservation of the Mahayana Tradition“ (FPMT) ihren Lehrer vorläufig vom Unterricht frei, seine Schülerinnen und Schüler wurden an andere Lehrer der Organisation verwiesen. Die FPMT beauftragte das unabhängige „Faith Trust Institute“ mit einer Untersuchung der Vorwürfe.

Schon seit über 50 Jahren unterstützt dieses in Seattle ansässige überkonfessionelle und interkulturell ausgerichtete Institut christliche, buddhistische, jüdische und muslimische Gruppen dabei, Missbrauch in ihren Reihen aufzudecken und durch vorbeugende Maßnahmen zu verhindern. Externe Studien sind unverzichtbar, um unvoreingenommen die sensiblen Fragen rund um geistlichen und sexuellen Missbrauch in Religionsgemeinschaften zu klären und Präventionsmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Unabhängige wissenschaftliche Studien und daraus abgeleitete Konsequenzen können den Religionsgemeinschaften auch helfen, das durch Machtmissbrauch verloren gegangene Vertrauen wiederzugewinnen.

Mitte November 2020 hat nun die FPMT auf ihrer Internetseite bekannt gegeben, dass der genannte Lama – als Konsequenz aus dem Ergebnis des umfangreichen Untersuchungsberichts des Faith Trust Institute – wegen sexueller Belästigung, Nötigung und Übergriffen, die ihm seit 2008 nachgewiesen wurden, dauerhaft vom Unterricht in der Organisation FPMT ausgeschlossen wurde (https://fpmt.org/fpmt-community-news/statement/nov-13-2020-update).

Eine Übersicht über diese und weitere von geistlichem und sexuellem Missbrauch betroffene buddhistische Gruppen hat eine Projektgruppe des Instituts für Ethnologie an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität zusammengestellt und veröffentlicht (www.transtibmed.ethnologie.uni-muenchen.de/recht/index.html).

Michael Utsch

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