Referat IV: Esoterik, Okkultismus, „Mormonen“ und apostolische Gemeinschaften im europäischen Kontext

Zur modernen Religionskultur der westlichen Welt gehört die Esoterik (früher „Okkultismus“ genannt), die sich mit großem Facettenreichtum schon vor Jahrzehnten neben traditionellen Religionen etabliert hat. Ihre Anhänger sprechen nicht von Religion, sondern von Spiritualität, Weltanschauung, Weisheitslehre, Lebenshilfe oder „Geisteswissenschaft“. Sie begegnet als „Systemesoterik“ (Anthroposophie, Theosophie), die mit festen Strukturen und Lehren auftritt, oder als unstruktierte, aber oft kulturprägende „Strömungsesoterik“ (New Age), zu der z.B. Schamanismus, Hexentum und (Neu-)Heidentum gehören. Hinzu kommen säkulare Heilsversprechen in den Bereichen der Ernährung und der Körperlichkeit. Gemeinsam ist ihnen allen die Konzentration auf den einzelnen Menschen, auf das Ich, das es zu optimieren gilt. Was bedeuten diese Entwicklungen für unser Zusammenleben? Und wie sind sie im Lichte der Rechtfertigung durch den Glauben, die Vergebung allein aus Gnade einzuordnen?

Dr. theol. Kai Funkschmidt

Artikel