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Materialdienst 11/2005
Hinduismus

Sri Chinmoy auf World-Harmony-Concert-Tournee

„World Harmony“ ist das neue Stichwort der Sri-Chinmoy-Bewegung, auch der ehemalige World Peace Run, der ebenfalls dieses Jahr stattfand, wurde entsprechend umbenannt. Aktivitäten im sportlichen wie auch künstlerischen Bereich sowie Meditation mit yogischen Elementen stellen den Aktionsradius dieser „spirituellen Friedensbewegung“ dar. Dabei werden die Bereiche Sport und Kunst als spirituelle Aktivitäten begriffen.

Im September tourte der „Maestro“ mit einem World Harmony Concert durch Deutschland und absolvierte am 14. 9. in Freiburg, am 15. 9. in Mannheim, am 16. 9. in Nürnberg, am 17. 9. in München (zweimal!), am 18. 9. in Dresden, am 19. 9. in Berlin, am 20. 9. in Dortmund und am 21. 9. in Hamburg, je an hervorragenden Veranstaltungsorten (ICC, Westfalenhalle etc.) mit Mieten bis zum 5-stelligen Bereich (allerdings Rabatt wegen des nichtkommerziellen Charakters). Die auffällige Plakatierung blieb nur wenig hinter der Bundestagswahlwerbung zurück. Vor dem Eingang des ICC am Berliner Funkturm werden an die Berliner Besucher Handzettel mit Maharishi-Werbung verteilt, im ICC werden die Besucher von uniformiertem ICC-Personal sowie von Sri Chinmoy-Anhängern betreut, letztere daran erkennbar, dass die Frauen farbenfrohe indische Saris tragen, die Männer weiße Polo-Hemden und weiße Hosen (was im Programmprospekt erklärt wird). Im Foyer finden sich einige Stände zur Information über die S.C.-Aktivitäten, sie werden moderat umlagert. CDs werden angeboten, auch der Beitritt, allerdings nur denen, die ihrerseits auf die Stände zugehen. Die meisten Gäste strömen schnell in Richtung Hauptsaal und haben offenbar vorrangig das Anliegen, sich ihren Platz zu sichern. Es wird fast voll, und die gesamte Logistik ist vom Besten. Die Bühne wird von drei Kameras erfasst, mit einer synchronen Projektion auf die große Bühnenleinwand. Willkommensvorspruch mit der Bitte, nur in den ersten Minuten und nur ohne Blitz zu fotografieren und erst ganz am Schluss zu applaudieren, um die meditative Atmosphäre nicht zu stören.

Ein einführender Film bringt den Maestro näher, die unvermeidlichen Begegnungen mit Mutter Teresa, Nelson Mandela, Michail Gorbatschov, UN-Generalsekretären, Stemmen von Elefanten und anderen schweren Angelegenheiten, und im Abspann eine Liste mit dem Œuvre von Tausenden von Büchern, Liedern, Gemälden, Gedichten, Marathonläufen etc. Man ist beeindruckt oder auch nicht. Einige S.C.-Gemälde, vielleicht unter die Kategorie „Gebrauchs- und Kleinkunst“ zu sortieren, werden an die Bühnenleinwand projiziert, wann immer auf der Bühne Leerlauf ist. Eine Ouvertüre mit Sängerin, Querflöte und einem indischen Saiteninstrument bringt professionelle Musik zu Gehör, das einzige Mal an diesem Abend.

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Ulrich Dehn

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