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Materialdienst 8/2005
Reinhard Hempelmann

Geistestaufe und pfingstlerische Identität

Nach einem Wort des Norwegers Thomas B. Barratt, einer Pioniergestalt des europäischen Pentekostalismus, sind Pfingstler in ihrem Verständnis der Erlösung Lutheraner, in ihrem Taufverständnis Baptisten, in ihrem Heiligungsverständnis Methodisten, in ihrer aggressiven Evangelisationspraxis Heilsarmisten, in ihrem Verständnis der Geistestaufe jedoch Pfingstler. Seit die Pfingstbewegung sich im deutschsprachigen Kontext als Freikirche darstellt und darum bemüht ist, sich in das freikirchliche und evangelikale Spektrum einzugliedern, werden Verständnis und Praxis der Geistestaufe jedoch oft nicht mehr pointiert hervorgehoben. Auch muss davon ausgegangen werden, dass zahlreiche heutige Pfingstler die Geistestaufe als persönliche Glaubenserfahrung nicht kennen. Geht damit ein wesentliches Merkmal pfingstlicher Identität verloren? Was ist unter Geistestaufe zu verstehen? Wie wichtig ist sie den Pfingstlern? Auf solche Fragen geht das Maiheft der Zeitschrift „Wort und Geist“ ein, herausgegeben vom Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP), der Volksmission entschiedener Christen, den Freien Christengemeinden Österreichs und der Schweizerischen Pfingstmission. Bereits im Editorial wird die Wichtigkeit unterstrichen, eine klare Identität zu entwickeln und das spezifische Profil des Pfingstlerischen hervorzuheben. Es sei nicht gut, wenn Unterschiede zwischen freikirchlichen Gemeinden immer mehr in den Hintergrund treten würden. „Heute ist die Frage der Kinderbetreuung und der Parkplatzgröße bei einer Gemeinde oft wichtiger als die Frage nach Taufverständnis, Lehre über die Taufe im Heiligen Geist“ (2). In eine ähnliche Richtung zielen Fragen von Karl-Heinz Jaxa, Pastor der Freien Christengemeinde Husum, der einen Beitrag zum Thema „Pentekostal oder evangelikal?“ schrieb. Er fragt: „Hat nicht teilweise unser pfingstliches Bekenntnis deshalb gelitten, weil wir im Annäherungsprozess zu anderen Kirchen und Gemeinden evangelikaler Ausrichtung substantielle Abstriche gemacht haben? Nicht jede gutgemeinte Rücksichtnahme hat auch gute Auswirkungen“ (13).

Geistestaufe und Glossolalie unverzichtbar?

Friedhelm Holthuis, Pastor der Christuskirche Weener/Ostfriesland im BFP, legt in einem Hauptartikel dar, dass Lehre und Vollzug der Geistestaufe unverzichtbar sind: „Geistestaufe gehört zum apostolischen Dienst“ (4). Mit Bezug auf zahlreiche biblische Stellen – vor allem aus der Apostelgeschichte – wird darauf hingewiesen, dass die Apostel, „die das Fundament für die Gemeinde Jesu legten, sorgsam darauf achteten, dass Gläubige nach der Buße und der Taufe so schnell wie möglich mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt wurden (Eph 3,20)“ (4). Auch heute, so wird im Weiteren dargelegt, sollte die evangelistische Praxis auf ein Dreifaches abzielen: Wiedergeburt, Wassertaufe (an erwachsenen Gläubigen), Geistestaufe. „Die Rettung kommt durch den Glauben, und durch die Wiedergeburt wohnt der Heilige Geist in den Gläubigen. ... Der Wiedergeburt aus Glauben sollte dann aber die Taufe folgen als sichtbare Bestätigung, dass das alte Leben ohne Christus gestorben ist.“

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