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Materialdienst 9/2002
Michael Utsch

Verbraucherschutz für den Weiterbildungsmarkt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will künftig die Qualität der Bildung durch unabhängige Tests sichern und erhöhen. Eine Abteilung der "Stiftung Warentest" mit der Bezeichnung "Stiftung Bildungstest" hat im Juli 2002 damit begonnen, Kursangebote im Bereich der beruflichen Weiterbildung zu untersuchen. Finanziell wird die Abteilung "Stiftung Bildungstest" von der Bundesregierung unterstützt. In den nächsten drei Jahren sollen zunächst rund zwei Millionen Euro jährlich zur Verfügung gestellt werden. Pro Jahr sind rund 20 Tests vorgesehen, um jährlich bis zu 400 Angebote zu überprüfen.

Diese Initiative war lange überfällig, erlebt doch die Weiterbildungsbranche mit zum Teil fragwürdigen Anbietern seit Jahren Rekordumsätze. Das Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft beziffert allein die privaten Aufwendungen für Weiterbildung auf jährlich rund 6,5 Milliarden Euro. Den Löwenanteil tragen dabei die Arbeitgeber. Insgesamt fließen nach Daten der Stiftung Warentest jedes Jahr rund 40 Milliarden Euro in die Weiterbildung. Angeblich umfasst dieser Markt etwa 35 000 Bildungsträger, die jährlich bis zu 400 000 Kurse durchführen. Die Volkshochschulen sind ebenso dabei wie zum Beispiel halbstaatliche Akademien, Hochschulen mit Aufbau-und Fernstudiengängen und zahlreiche private Bildungsträger, die in "Coaching-Akademien" und "Leadership-Instituten" ihre Programme offerieren. Dass neben brillanten Spezialisten auch Dilettanten und Scharlatane auf diesem Markt tätig sind, wissen mindestens die Leser der EZW-Publikationen gut. In verschiedenen "Materialdienst"-Artikeln und dem EZW-Text 132 wurde auf die dort herrschenden Probleme hingewiesen (Tipp: In wenigen Wochen erscheint zu diesem Thema der EZW-Text 164 "Erfolg, Optimismus, Gewinn - Erfolgstrainer, Motivationsgurus und Strukturvertrieb auf dem Prüfstand").

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