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Materialdienst 3/2002
Esoterik

Kawwana-Kirche im Kommen? Thorwald Dethlefsen lädt zu magischen "Festritualen" ein

München wird die "K-Frage" nicht los. Gemeint ist allerdings nicht die Kanzlerkandidaten-Frage der Union, die mittlerweile entschieden ist, sondern ein für die Esoterikszene nicht unwesentliches Projekt. Das "K" bezieht sich in diesem Fall auf "Kawwana", Thorwald Dethlefsens geheimnisumwitterte "Kirche des Neuen Aeon", die Ende 1999 zur ersten Veranstaltung in die bayerische Landeshauptstadt geladen hatte (vgl. MD 12/ 1999, 353 ff). Dabei ließ ihr "Kirchengründer" bereits verlauten, dass im Jahr 2000 sich die Kirche mit entsprechenden Angeboten an die Öffentlichkeit wenden werde. Darauf folgten insgesamt vier weitere mehr- bzw. eintägige Veranstaltungen, die allerdings nichtöffentlichen Charakter hatten und sich offenbar an einen begrenzten Personenkreis richteten, der bereits frühere Veranstaltungen bzw. Kurse bei Dethlefsen besucht hatte.

Lange Zeit hatte der "Vicarius" nichts mehr von sich vernehmen lassen. Doch jetzt gibt es Neues zu berichten. Die bisherigen Teilnehmer erreichte unlängst eine Postsendung mit einem Brief, datiert auf "Epiphanias 2002", sowie ein Videoband. Es handelt sich um eine Aufzeichnung von Dethlefsens Ausführungen über die "11 Grundpfeiler der Kirche Kawwana", die er dem Publikum bei der letzten Veranstaltung vom 21. Oktober 2000 präsentiert hatte. Wie er den Empfängern mitteilt, ist die Sendung gedacht "als kleines Präsent für Ihr langes Warten, für Ihre Geduld und als Brücke zu dem, was nun auf Sie wartet …"

Das Schreiben beginnt mit einer Entschuldigung: "Sehr geehrte Damen und Herren, lange haben Sie nichts von uns gehört, und wir bedanken uns hiermit für all die vielen Briefe und Faxe, in denen so viele von Ihnen interessiert - und manchmal auch besorgt - nachfragten, wann Kawwana erneut seine Pforten für die Öffentlichkeit auftut. Nun, Sie können sicher sein, die Arbeit der Kirche Kawwana ruht nie, auch dann nicht, wenn wir nicht nach außen treten. Wir hatten ein Problem mit dem geplanten Ausbau der Halle, in der Sie unsere letzten Veranstaltungen erlebten, Probleme mit der Nutzungsänderung und den endgültigen Stellplatznachweisen an diesem Ort. So mussten wird uns umorientieren." Einige Zeilen später folgt die Ankündigung: "Die Kirche Kawwana beginnt mit diesem Jahr nun, ihre rituelle Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir laden Sie ein zu den vier großen Fest-Ritualen, mit denen wir die beiden Äquinoktien und Solstitien dieses Jahres magisch begehen." Die jeweils vierstündigen Veranstaltungen, die zusammen eine Einheit bilden sollen, finden am 20. März bzw. 23. September in Wien sowie am 21. Juni und 22. Dezember in München statt. Dethlefsen erklärt im Brief die magischen Hintergründe des "Festkalenders": "Seit Alters her sind diese vier Punkte des Sonnenstandes - die Äquinoktien als Tag- und Nachtgleiche, die Solstitien als Sonnwende, welche auch das irdische Jahr in die vier Jahreszeiten gliedern - die wichtigsten Zeit- und Festpunkte in allen religiösen und magischen Traditionen. Es ist die astronomisch-zeitliche Repräsentanz des Gesetzes der Vier, welche die Grundlage bildet aller Phänomene des Seins, sobald dieses in die Offenbarung eintritt." Der Kirchengründer hält es für "ein großes Ereignis, daß wir die Erlaubnis erhielten, diese wichtigen Rituale des Fest-Kreuzes, welche Kawwana seit zehn Jahren hinter verschlossenen Türen zelebrierte, ab nun der Öffentlichkeit zugänglich zu machen". Die Wahl der beiden Veranstaltungsorte Wien und München und die "teilweise ausgefallenen Anfangszeiten" hätten - wie er betont - ausschließlich "magische Hintergründe".

Die "Kirche des Neuen Aeon" hat eigenen Angaben zufolge in München inzwischen eine Praxis für Zahnheilkunde eingerichtet und eröffnet. Sie soll "unter der Deckung der Kirche Kawwana" arbeiten und schrittweise die Möglichkeiten in der Zahnmedizin umsetzen, "welche nur eine magische Kirche geben und vermitteln kann". Wie versichert wird, soll in dieser offenbar magisch arbeitenden Zahnarztpraxis sich "auch die technische Ausrüstung auf höchstem Niveau" befinden. In diesem Fall ist die K-Frage bereits entschieden: Die Praxis wird von den beiden Kawwana-Zahnärzten Dres. med. dent. Gottfried Konnerth und Ulrich Kempkes geleitet und "steht jedem Patienten offen und akzeptiert alle Kassen".

Matthias Pöhlmann

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