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Materialdienst 12/2004
Jugend

"Mystik & Entertainment": ein neues Lifestyle-Magazin für die Schwarze Szene

Seit Mai 2004 ist es im Handel, und der bisherige Verkaufserfolg gibt seinen Machern nachträglich Recht. Die Mischung aus dunklen Themen von Gothic bis Vampirismus kommt an. Ursprünglich war die erste Ausgabe von "Mystik und Entertainment" als marktstrategischer Testballon gedacht, um die Absatzchancen für ein solches nicht gerade günstiges Hochglanzmagazin auszutesten. Bislang liegen zwei Hefte vor. Nicht allein der Titel, sondern auch die zunehmende Akzeptanz sind Grund genug, sich die darin behandelten Themen genauer anzusehen.

Mit einer düsteren wie eigenwilligen Mischung aus Comic, schwarzer Mode und Design präsentiert sich das rund 60 Seiten umfassende Heft der anvisierten jungen Leserschaft. Der Titel "Mystik und Entertainment" des vierteljährlich erscheinenden Magazins ist Programm: Das neueste Produkt des Stuttgarter Panini Verlags GmbH will nach Aussage der beiden Redakteure Jo Löffler und Steffen Volkmer die unterschiedlichen Strömungen der "Dunklen Szene" - Gothic, Mittelalterfaszination, Magie, Poesie und Erotik - in Form eines Unterhaltungsmagazins aufgreifen. Dabei bedient man sich "einfach aus dem Fundus aller Strömungen".
 
So wartete die Startausgabe zum Preis von 6,66 Euro (!) gleich mit einem längeren Bericht über das "13. Wave-Gotik-Treffen" 2003 in Leipzig auf, um Neulinge mit Tipps zu einschlägigen Kneipen und Clubs sowie mit Porträts ausgewählter Musikgruppen termingerecht auf das Treffen der Gothic-Szene in der "Hauptstadt der dunklen Lebensart" im Jahr 2004 einzustimmen. An hervorgehobener Stelle werden auch gängige esoterische Praktiken behandelt: Der Artikel "Mystische Welt Tarot - Spiegelbild und Lebenskunst" von "Tarot-Spezialist" und Buchautor Harald Jösten gibt einen geschichtlichen Überblick über die "Kraft der Karten". Die Beschäftigung mit Tarot soll Tore in ein bewusstes Leben öffnen und dabei helfen, "den eigenen Weg zwischen Wünschen und Ängsten, den Polen des Lebens, zu finden und sie möglicher Weise selbst neu zu erkennen". Auch Hajo Banzhaf, Vorsitzender des ersten deutschen Tarotverbandes Tarot e.V., kommt im Interview auf den esoterischen Ansatz beim Tarot zu sprechen, wonach man aus der Konstellation der Karten "hilfreiche Antworten und Ratschläge entnehmen" könne. Um die Leserschaft zu animieren, dieses Wissen in die Praxis umzusetzen, verloste "Mystik & Entertainment" praktischerweise gleich fünf Tarot-Pakete "mit je einem Waite-Set A-Z und einem Crowley Tarot Sonderset".

Im Zentrum jedes Einzelheftes steht der Comic "Tarot - Witch of the Black Rose" des US-Amerikaners Jim Balent, der beim DC-Verlag (Superman, Batman) mit seiner Version von "Catwoman", der Gegenspielerin von "Batman", Berühmtheit erlangt haben soll. Seine Lebensgefährtin "Holly G." (eigentlich Holly Golightly) ist ebenfalls Comic-Künstlerin und wird im Magazin als "praktizierende Hexe" vorgestellt.

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Matthias Pöhlmann

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