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Materialdienst 3/2004
Esoterik

Wankmillers "Stamm der Likatier" sucht die Öffentlichkeit

Letzter Bericht: 4/2001, 138ff) Bisher gab es - abgesehen von einer kurzen, allerdings veralteten Selbstdarstellung - so gut wie keine gesicherten Erkenntnisse über das Selbstverständnis der Füssener Gruppe um Wolfgang Wankmiller. Das hat sich seit dem letzten Jahr geändert. Neuerdings gibt der "Stamm der Likatier", der im Juni 2003 eigenen Angaben zufolge 56 Kinder, 45 Jugendliche und 65 Erwachsene (davon 29 Frauen) umfasste, auf einer professionell gestalteten Internetseite unter www.likatien.de über seine Ziele und Glaubensinhalte Auskunft. Damit wollen die Likatier öffentlichen Gerüchten und Spekulationen über das Eigenleben des Stammes entgegentreten. Neben Informationen zum Lebenslauf des Gründers, zum Selbstverständnis sowie zur Chronologie der Gruppe finden sich auch verschiedene Interviews mit Mitgliedern, darunter auch mit zwei Töchtern des Gründers.

Auf der Startseite wird der Besucher mit den Worten begrüßt: "Herzlich willkommen in Likatien, beim ersten neuzeitlichen Stamm in Deutschland auf dem Weg zu einer neuen, lebendigen Kultur!" Zum Selbstverständnis heißt es weiter: "Die Likatier wollen sich auf das Leben und auf einander einlassen. Sie wollen ihren Kindern ein Zuhause geben, auf das sie sich verlassen können, und wo sie sich frei entfalten können. Sie wollen ein Lebensumfeld schaffen, wo sich jeder bedingungslos geliebt und angenommen fühlen kann. Sie wollen der Vereinsamung der Menschen durch diese Gesellschaftsform ein Leben in Gemeinschaft entgegensetzen, was den Einzelnen wieder zum wertvollen Teil eines Ganzen macht. Sie wollen der Entzauberung dieser Welt mit der Magie des Lebens entgegentreten. Sie wollen schrittweise in das lebendige Paradies hineinwachsen. Die Likatier haben den mutigen Wunsch, eine neue Lebensrealität zu schaffen. Auf verschiedenen Wegen wollen sie sich dieser Vision annähern."

Interessant sind insbesondere die bislang weitgehend unbekannten biographischen Angaben zum "Stammesgründer" und "Stammesoberhaupt" Wolfgang Wankmiller. Irritierend wirkt sogleich der Beginn des Lebenslaufs: "An einem Feiertag, nämlich am Tag der deutschen Einheit, am 17. Juni 1956, wird Wolfgang Wankmiller in der Wohnung seiner Großmutter Anna Wankmiller in der Spitalgasse 6 in Füssen gezeugt." Dass zu Beginn dieser Biographie der "Zeugungstag" genannt wird, ist kein Zufall: "Die Likatier sehen den Tag der Zeugung als einen feiernswerten Umstand an, da das eigene Sein und Leben bei der Zeugung seinen Beginn hat. Das Leben überhaupt und damit auch die Zeugung von Leben ist in Likatien ein heiliger Wert, der durch Feiern an den Zeugungstagen gewürdigt und geehrt wird. Meistens wird zu diesem Anlaß ein Festfrühstück oder ein Kaffeetrinken veranstaltet, an dem Personen teilnehmen, die vom Gefeierten eingeladen werden."

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Matthias Pöhlmann

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