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Materialdienst 3/2004
Gesellschaft

Schlechter Krebs-Rat

(Letzter Bericht 12/2003, 469f) In bekannter Manier versucht Dr. Matthias Rath seit einiger Zeit, die medikamentöse Behandlung von Krebserkrankungen als nutzlos darzustellen. Einzig seine natürliche "Zellular-Medizin" sei der richtige Weg, "alle Krebsarten mit Hilfe eines biologischen Wirkprinzips zu bekämpfen" (www.natuerlich-gegen-krebs.de). Die Belege sollen in seinem angekündigten Buch "Krebs ist heilbar" (NL-Almelo 2004) dargelegt sein. Mittlerweile läuft gegen den Mediziner eine Betrugsanzeige. Eltern eines krebskranken Achtjährigen hatten eine geplante Operation abgelehnt und auf die Rathschen Vitamine gesetzt. Auf Veranlassung des behandelnden Arztes schränkt nun die Bestellung eines Ergänzungspflegers das elterliche Sorgerecht ein.

Eine Schweizerische Studiengruppe für komplementäre und alternative Methoden bei Krebs konnte ebenfalls keine Beweise dafür finden, dass "Vitaminpräparate nach Dr. Rath eine Wirkung gegen Krebs beim Menschen haben" (http://www.swisscancer.ch/dt_fr/content/orange/pdf/skak/04_rath_d.pdf). Vielmehr wird von dieser Krebsbehandlung abgeraten und eine obst- und gemüsereiche Ernährung empfohlen. Dass viele Krebspatienten ihre Behandlung durch die unkontrollierte Einnahme von ergänzenden Heilmitteln möglicherweise sogar gefährden, stellt eine neue wissenschaftliche Untersuchung heraus. Die Befragung von über 300 Patienten ergab, dass mehr als die Hälfte pflanzliche Heilmittel oder Präparate zur Nahrungsergänzung einnahm (www.nature.com/bjc). Schon frühere Studien haben nachgewiesen, dass einige der komplementären Heilmittel gefährliche Nebenwirkungen haben können und unerwünschte Reaktionen mit konventionellen Medikamenten möglich sind. Deshalb sollte jeder, der seinen Heilungsprozess durch solche zusätzlichen Mittel unterstützen möchte, dies nur in Absprache mit seinem behandelnden Arzt tun.

Michael Utsch

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