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Materialdienst 3/2008
Scientology

Tom Cruise in offensiver Mission

(Letzter Bericht: 10/2007, 380ff) In erstaunlicher Breite wurde in den letzten Wochen in den deutschen Feuilletons erneut über Scientology diskutiert. Auch wenn die obskure Ideenwelt Hubbards hauptsächlich kritisch dargestellt wurde und die Aktivitäten von Scientologys Top-Missionar Tom Cruise Skepsis, Kopfschütteln oder gar Häme hervorriefen – eines ist sicher: Scientology steht wieder im medialen Rampenlicht. Allerdings bleibt nach wie vor offen, wie man angemessen mit ihrem Missionseifer umgehen soll und wie gefährlich die Aktivitäten dieser Organisation wirklich sind.

Besonders die von Andrew Morton verfasste inoffizielle Biographie über den bekannten US-Schauspieler Tom Cruise hat deutlich gemacht, dass seine beeindruckende Hollywood-Karriere ohne die Scientology-Mitgliedschaft nicht möglich gewesen wäre. Ohne hier Details belegen zu können, beleuchtet die Biographie zumindest eindrücklich, dass Cruise persönlich den Lehren Hubbards höchste Bedeutung zumisst. Dadurch wurde hierzulande noch einmal die umstrittene Bambi-Verleihung an Cruise in Frage gestellt. Bemerkenswert ist, dass sich nun endlich sein Laudator, der FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher, ausdrücklich von der Scientology-Organisation distanziert hat.

Ähnlich großen Wirbel haben zwei ursprünglich interne Videos von Cruise ausgelöst, die seit Wochen im Internet einzusehen sind. Eines davon wurde vor vier Jahren bei einer Festveranstaltung der Scientology-Organisation aufgenommen. Dort hatte Cruise eine Auszeichnung für seine Aktivitäten erhalten, den sog. „Freedom Medal Award”.1 Die enthusiastische, knapp einminütige Cruise-Rede allerdings mit Goebbels Kriegspropaganda im Berliner Sportpalast im Jahr 1943 zu vergleichen, erscheint unangemessen. Die amerikanische Religionskultur ist generell von hoher Emotionalität geprägt, und die Rahmenbedingungen und Zielgruppen einer politischen Großveranstaltung und eines internen Gruppentreffens  sind völlig verschieden.

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Anmerkung

1 http://gawker.com/345563/tom-cruise-uncut-the-freedom-medal-award-ceremony.

Michael Utsch

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