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Materialdienst 4/2003
Esoterik

Jede fünfte Frau zwischen 30 und 39 Jahren ist für Esoterik offen

Die "typische" Esoterik-Interessentin ist zwischen 30 und 40 Jahre alt und stammt aus Westdeutschland. So könnte man das Ergebnis der Umfrage zusammenfassen, die das "Frauen- und Lifestylemagazin" Woman (Nr. 5/11. Februar 2003) beim Meinungsforschungsinstitut Forsa Anfang des Jahres in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden insgesamt 1011 Frauen im Alter zwischen 19 und 59 Jahren.

Demzufolge sollen 18 Prozent der Frauen in Deutschland für Übersinnliches, wie z.B. Horoskope, Hellsehen oder andere Weissagungen, aufgeschlossen sein. 61 Prozent - darunter häufig Frauen aus Ostdeutschland sowie die Gruppe der über 50-Jährigen - zeigen hingegen keinerlei Interesse an solchen Themen. Die Hälfte der befragten Frauen hätte schon Horoskope gelesen oder sich ein persönliches Horoskop erstellen lassen. 14 Prozent hätten schon mit Pendeln zu tun gehabt, elf Prozent einen Wahrsager oder eine Wahrsagerin aufgesucht und neun Prozent sich mit diversen Orakeln oder Prophezeiungen beschäftigt. Westdeutsche Frauen sind gegenüber solchen Weissagepraktiken deutlich offener. Die alltagspraktische Relevanz solcher Techniken und Methoden ist jedoch nur für knapp die Hälfte der an esoterischen Themen interessierten Frauen festzustellen: Nur neun Prozent der Frauen, die an Übersinnliches glauben, nehmen an, dass dieser Glaube ihr Handeln im Alltag stark beeinflusst. 40 Prozent sind der Meinung, ihr Handeln werde dadurch "etwas beeinflusst". Die Hälfte gab an, dass ihr Glaube an das Übersinnliche keinerlei Einfluss auf ihr alltägliches Handeln habe. Die Gruppe der 30- bis 39-jährigen Frauen in Westdeutschland ist an esoterischen Themen und Praktiken besonders interessiert (21 Prozent).

Den Ertrag dieser Umfrage hat das Frauenmagazin - offensichtlich auch aus marktstrategischem Kalkül - gleich zu einer Titelgeschichte von zehn Seiten über "Die neue Lust am Übersinnlichen" verarbeitet. Die interessierte Leserin findet neben einer einschlägigen Reportage, in der auch kritische Stimmen zu Wort kommen, einen eher unterhaltsamen wie auch werbewirksamen Überblick zu folgenden Themen: "Drei Frauen und wie sie magische Hilfe nutzen", Magische Orte in Deutschland, drei Hellseherinnen (darunter "die erste offizielle Hellseherin der DDR", Mona Stein aus Berlin) und "die neun geläufigsten Orakel-Techniken" wie Pendeln, Tarot, Handlesen, Tische- und Gläserrücken, Numerologie, Runen-Magie sowie "die Kraft des positiven Denkens".

Matthias Pöhlmann

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