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Materialdienst 10/2003
Gabriele Lademann-Priemer

Eine erleuchtete planetarische Gesellschaft

Das Avatar-Training - Darstellung und Kritik

"Die Vergangenheit beeinflusst einen so lange, wie man es zulässt. Vergangenheit und Zukunft existieren nicht, solange ich nicht freiwillig (oder durch vorgegebene Muster beeinflusst) entscheide ihre Erinnerungen oder Bilder im gegenwärtigen Moment heraufzubeschwören."
 
"Ich erschaffe meine Erfahrungen entsprechend dem, was ich glaube."
 
"Bewusstsein entwickelt sich nicht aus dem Universum, das Universum entwickelt sich aus dem Bewusstsein."
 
"Avatare sind die Erlöser der Welt. Sie haben erkannt, dass die Probleme der Welt letzten Endes dort gelöst werden müssen, wo sie begonnen haben - im Bewusstsein."

Die vier Zitate stammen aus Harry Palmers Grundlagenbuch "Avatar - Die Kunst, befreit zu leben".1 Sie enthalten einen extrem hohen Anspruch und weisen der menschlichen Vorstellungs- und Willenskraft eine zentrale Bedeutung bei der Lebensbewältigung zu. Damit werden urmenschliche Träume und Sehnsüchte angesprochen: Der Mensch soll nicht an einem wie auch immer gearteten System von Glaubenssätzen haften, sondern selbstbestimmt, frei und spirituell sein und Spaß haben. Die überlieferten Religionen sollen überwunden werden, um die Einheit der Menschheit in einem "weltweiten Erwachen" zu verwirklichen.
 
Um dieses Ziel zu erreichen, werden Kurse und Fortbildungen angeboten, Mastergrade und Aufstiegsmöglichkeiten vorgestellt.2 Selbst die nicht besonders kritische Zeitschrift "Esotera" stellte vor einigen Jahren das Avatar-Training unter dem skeptischen Titel "Von Null zur Göttlichkeit in sieben Tagen?" vor.3 Dabei wurde kritisch vermerkt, dass in den Trainings, wie allgemein in unserer hochtechnisierten Gegenwart, die angestrebten Veränderungen schnell erreichbar sein müssen und dass am Ende dabei offenbar eine Art Selbstvergottung herauskommen soll.
 
Nicht der menschliche Traum von der grenzenlosen Freiheit an sich ist fragwürdig. Kritikwürdig aber sind oftmals die Angebote, die zu seiner Verwirklichung verhelfen sollen. Sie behaupten, selbstlos dem Wohle der Menschheit zu dienen. Dieser angeblich selbstlose Dienst muss allerdings oft genug mit klingender Münze reichlich vergolten werden. Die Frage, ob das angestrebte oder ersehnte Ziel überhaupt erreichbar ist, wird dabei nicht gestellt.

Bevor das von Harry Palmer entwickelte Kursprogramm "Avatar®" und seine Firma "Star's Edge Inc." vorgestellt und beurteilt werden, soll im Folgenden eine aktuelle Selbstdarstellung4 Einblicke in die Vorstellungswelt des Avatar-Trainings vermitteln.

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Anmerkungen

1 Bielefeld 1995, 30, 33,103 und 142. Die amerikanische Originalausgabe erschien 1994.
2 Vgl. zum Überblick auf deutschsprachige Angebote
www.avatarnet.info.
3 Vgl. Esotera 3/1991.
4 Die Selbstdarstellung wurde im August 2003 der Internetseite
www.avartarepc.com entnommen. Die Übersetzungen englischer Zitate sind in der Regel von mir.

 

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