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Materialdienst 10/2003
Andreas Fincke

Die Christengemeinschaft - Zaghafte Mission

"Die Christengemeinschaft" (CG) ist eine der wenigen christlichen Sondergemeinschaften, die im deutschsprachigen Raum entstand und in zahlreichen anderen Ländern Verbreitung gefunden hat. Dabei lassen sich jedoch schnell große Unterschiede feststellen: Vergleichsweise gut vertreten ist die CG in den deutschsprachigen Ländern, aber bereits in Griechenland, Spanien und Italien gibt es derzeit keine Gemeinden.1 In den letzten Jahren sind der CG jedoch einige Schritte in neue Länder gelungen. In der Zeitschrift Die Christengemeinschaft wird sporadisch über solche Ereignisse berichtet. Dabei spielt naturgemäß die Ausbreitung nach Osteuropa, ermöglicht durch den Fall des sog. "Eisernen Vorhangs" 1989/90, in den letzten Jahren eine besondere Rolle. Eine der großen Schwierigkeiten bei der Ausbreitung der CG besteht darin, dass die wichtigen Ritualtexte in deutscher Sprache verfasst sind und die Übertragung in den Kontext anderer Sprachräume nicht einfach ist.

Von besonderer Bedeutung dürfte die für diesen Herbst vorgesehene Eröffnung des ersten russischen Gemeindezentrums in Moskau sein. Hier konnte gemeinsam mit dem russischen Ableger der "Wala Heilmittel GmbH" das Gebäude eines ehemaligen Kindergartens erworben werden. Die Wala-Russland hat den größeren Anteil an der Immobilie gekauft und richtet hier einen neuen Standort für die Heilmittelproduktion und für ein Ärztehaus ein.2 Die CG erwarb einen kleineren, jedoch abgeschlossenen Gebäudeteil und hat hier u.a. einen größeren Gottesdienstraum für die "Menschenweihe" eingerichtet. Inzwischen konnte auch erstmals ein Russe zum Priester der CG geweiht werden. Die Zeremonie fand bereits am 18. März 2000 statt. Weitere russische Kandidaten befinden sich in der Ausbildung.3 Obwohl die CG in der Sowjetunion verboten war, war die Anthroposophie zumindest in Künstler- und Intellektuellenkreisen durchaus bekannt. Daran hatten besonders die Publikationen des Schriftstellers Andrej Bely (1880-1934) maßgebenden Anteil. Vor einigen Jahren war in der Zeitschrift Die Christengemeinschaft zu lesen, wie 1976 in Moskau heimlich ein Mädchen nach dem Ritus der CG getauft wurde.4 Seit 1990 hat die CG auch ein eigenes Hilfsprogramm für bedürftige Kinder und Jugendliche, die sog. "Russlandhilfe", aufgebaut.5

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Anmerkungen

1 Vgl. Hans-Werner Schroeder, Die Christengemeinschaft. Entstehung, Entwicklung, Zielsetzung, Stuttgart 2001, 149f.
2 Vgl. Die Christengemeinschaft, Heft 1, 2003, 40.
3 Vgl. Dieter Hornemann, Die Anfänge der Christengemeinschaft in Russland, in: Die Christengemeinschaft, Heft 7/8, 2000, 496.
4 Vgl. ebd., 495f.
5 Vgl. Anne Hofinga, Zehn Jahre Russlandhilfe, in: Die Christengemeinschaft, Heft 7/8, 2000, 486ff.

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