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Materialdienst 7/2009
Mormonen

Zwischen Weltmission und Wertesehnsucht. Jugendliche entdecken Stephenie Meyers Bis(s)-Romane

Seit 2006 ist Stephenie Meyers Liebesroman „Bis(s) zum Morgengrauen“ (Originaltitel: „Twilight“) in deutschen Buchläden erhältlich. Die Geschichte um den Vampir Edward Cullen und die Highschool-Schülerin Bella Swan ist ein Welterfolg, der sich bisher schon über 42 Millionen Mal verkauft hat. Der Filmstart von „Twilight“ brachte am Premierenwochenende (November 2008) 280 Millionen US-Dollar in die Kinokassen. Mittlerweile erobern die vier Bis(s)-Bände (www.bella-und-edward.de) auch hierzulande die Bestsellerlisten. Allein in Deutschland sind rund 360 Fanclubs entstanden.

In ihren Büchern erzählt die 34-jährige Amerikanerin, die als aktives Mitglied der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ (Mormonen) mit ihrem Mann und drei Kindern in Arizona lebt, dass die perfekte Liebe vor allem enthaltsam ist. Auf ihrer Website (www.stepheniemeyer.com) findet man den Hinweis, dass ihr Glaube großen Einfluss auf ihr Leben und Schreiben hat. Es stellt sich schnell die Frage, ob die Bis(s)-Bestseller, die deutliche Parallelelen zu mormonischen Glaubensinhalten aufweisen, als bewusstes Missionsmittel angesehen werden können. Die Mormonen verfügen über ein herausragendes mediales Angebot an Filmen, Spielen, Magazinen und Büchern, mit denen Glaubensinhalte vermittelt werden. Da bei einem bekannten mormonischen Online-Anbieter die Twilight-Saga in der Kategorie „Young Adult / Fiction“ auftaucht, kann wohl angenommen werden, dass die Liebesgeschichte mormonische Grundsätze vorbildlich transportiert. Die wohl auffälligste Parallele ist die sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe. Diese Thematik greift Meyer auf und verpackt ihre Sicht der Dinge elegant. Sie schafft eine Konstellation, die den Geschlechtsverkehr zwischen Bella und Edward unmöglich macht. Der Liebesakt, in dem Edwards Vampirkräfte für Bella lebensgefährlich wären, wird als Kontrollverlust dargestellt.

Um Edward näher sein zu können, entscheidet sich Bella schließlich, auch ein Vampir zu werden.

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Laura Tiziana Corallo, Hannover

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