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Materialdienst 10/2009
Universelles Leben

Offene Briefe von "Urchristen" attackieren die EKD

(Letzter Bericht: 6/2008, 232f) Im Juli 2009 haben Anhänger der umstrittenen Glaubensgemeinschaft Universelles Leben (UL) um die „Lehrprophetin“ Gabriele Wittek einen offenen Brief an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, geschrieben. Die beiden Unterzeichner des Briefes, Ulrich Seifert und Alfred Schulte, möchten damit auf „das Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zur globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise“ reagieren.

Wer dabei auf hilfreiche Analysen oder weiterführende Vorschläge zur Bewältigung der Krise hofft, wird bei der Lektüre des fünf Seiten umfassenden Schreibens schnell enttäuscht. Die jüngsten Stellungnahmen der EKD sind dabei nur Vorwand. Vielmehr geht es den sog. „Urchristen“ um eine Generalabrechnung mit der evangelischen Kirche. Bereits der Stil des Schreibens ist verräterisch. Ganz abgesehen davon, dass die Anrede im Anschreiben jede Form der Höflichkeit vermissen lässt – im gesamten Duktus ergießt sich der Fanatismus der „Urchristen“, die den Offenbarungen von Gabriele Wittek Folge leisten und deren Rehabilitierung durch die Kirche einfordern. Eine radikale Abgrenzungsrhetorik dominiert Form und Inhalt des Schreibens. Der EKD-Ratsvorsitzende solle endlich Irrtümer eingestehen, heißt es da. Ihm wird zur Last gelegt, dass er das göttliche Wort aus Unterfranken nicht anerkennt: „Wir wissen, dass Sie wissen müssten, dass es ein aktuelles, zeitgemäßes Prophetisches Wort des Gottesgeistes gibt, gleichwertig dem vor 2600 Jahren durch Jesaja.“ Gott habe durch seinen Propheten Jesaja vor 2600 Jahren und in der Neuzeit durch Frau Wittek immer wieder gewarnt: „Statt dem aktuellen Wort Gottes zuzuhören und Ihm, Gott, die Ehre zu erweisen, rezitieren Sie lieber völlig unverbindliche Prophetenworte, die in der Vergangenheit gesprochen wurden.“

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Matthias Pöhlmann

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