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Materialdienst 9/2011
Oliver Koch

Die "Heilhaus-Stiftung Ursa Paul"

Eine esoterische Bewegung und ihre spirituelle Meisterin

Wer sich im Internet (www.heilhaus.org) über Ursa Paul und ihre Heilhausbewegung informieren will, stößt auf eine Vielzahl von Angeboten: z. B. Mehrgenerationenhaus, Begleitung von Schwangerschaft und Geburt, begleiteter Abschied von totgeborenen Kindern, Seminarangebote zur Lebensbegleitung, Trauer- und Sterbebegleitung, die „Heilhaus-Siedlung“ zum Wohnen und Leben. Immer wieder begegnen religiös-spirituelle Begriffe wie göttliche Kraft, Chakren, Energiekreise, Heilmeditation, Aura oder feinstoffliches Energiesystem. Sie korrelieren mit spirituellen Angeboten: z. B. Nährsystemarbeit nach Ursa Paul, Aurareinigung, Feinstoffliche Leibarbeit, Heiltage oder auch „Rituale zum Frühlingsanfang“. Die Vielfalt dieser Angebote wird schlicht überschrieben mit den drei Worten „Geburt – Leben – Sterben“. Neben dem spirituellen Bereich gibt es eine Reihe von handwerklichen, juristischen und anderen alltäglichen Dienstleitungen. Darüber hinaus findet man ein Netzwerk von Schulmedizinern, Hebammen, Heilpraktikern, Psycho­therapeuten, Supervisoren, Coachs etc.

Bei der „Heilhaus-Stiftung“ handelt es sich um eine vernetzte Organisation, die im Wachstum begriffen ist. Im Mittelpunkt der Gemeinschaft steht die Gründerin Ursa Paul, der die Mitglieder mit Ehrfurcht begegnen. Sie empfängt die Visionen und trifft die grundsätzlichen Entscheidungen.

Entstehung und Geschichte

1989 gründete Ursa Paul den gemeinnützigen Verein „Freundeskreis für Lebensenergie e.V.“.1 Ein Jahr später wurde das „Zentrum für Lebensenergie“ eröffnet. Es hat seinen Sitz in einem alten Fabrikgebäude in Kassel-Rothenditmold, einem Stadtviertel, das als sozialer Brennpunkt bezeichnet werden kann. Zwischen 1993 und 1997 folgten die Gründung des „Instituts E“, um „Lehre, Ausbildung und Forschung zusammenzuführen“, und der „Baugenossenschaft gemeinschaftliches Leben eG“. Letztere dient dem Zweck, die Bau- und Siedlungsprojekte des Vereins zu begleiten und zu fördern. 1998 wurde die erste Dependance „Zentrum für Lebensenergie“ in Berlin gegründet. 2001 hat Ursa Paul in Kassel das „Heilhaus – Zentrum für Lebensenergie“ eingeweiht. Es wurde um Angebote der Geburts- und Sterbebegleitung erweitert. Das alte Fabrikgelände wurde saniert. 2003 erfolgte die Gründung des „KinderHeilhauses“, „in dem Eltern Unterstützung erfahren, die mit dem Verlust ihres Kindes konfrontiert sind“2. Es folgte die „Kindergemeinschaft“, eine Kindertagesstätte mit Platz für ca. 40 Kinder, die auch integrativ arbeitet. Sie hat ihren Sitz in Kassel-Harleshausen.

2004 veränderte sich die Rechtsform des Heilhauses. Sie wurde zu einer Stiftung und hieß dann „Heilhaus-Stiftung Ursa Paul“.3 Träger des Heilhauses ist die „Heilhaus Kassel gemeinnützige GmbH“, eine 100-prozentige Tochter der Heilhaus-Stiftung Ursa Paul. Die gemeinnützige GmbH führt den täglichen Betrieb des Heilhauses. Dazu zählen das „KinderHeilhaus“, der Tagungs- und Ernährungsbereich, die Seminarorganisation, die Kindergemeinschaft sowie der Bereich Kur, Pflege und Sterbebegleitung.

Seit 2006 wurde verstärkt an der Siedlung des Heilhauses gebaut. Um die Siedlung herum bezogen Praxen und Dienstleistungsbetriebe ihre Räumlichkeiten. Ca. 80 Menschen sollen in Eigentumswohnungen in der Siedlung leben. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das „Leben in Generationen“. Das Heilhaus ist seit August 2008 Mitglied im Aktionsprogramm der Mehrgenerationenhäuser, das u. a. vom Europäischen Sozialfonds für Deutschland gefördert wird.4

Insgesamt kann man sagen, dass sowohl das Heilhaus in Kassel als auch die hier verwurzelte „Heilhausbewegung“ als Netzwerk in den letzten zwei Jahrzehnten, besonders seit 2000, gewachsen ist. Die letzten Daten zur Mitgliederzahl finden sich in einem Artikel der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen aus dem Jahr 2000, in dem von 400 Mitgliedern in Deutschland gesprochen wird.5

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Anmerkungen

1 Vgl. (auch zum Folgenden) www.heilhaus.org. (Die in diesem Beitrag angegebenen Internetseiten wurden zuletzt eingesehen am 23.5.2011.)
2 www.heilhaus.org/web/guest/vita.
3 Zum Stiftungszweck: www.heilhaus.org/web/guest/unser-anliegen.
4 Siehe auch www.mehrgenerationenhaeuser.de.
5 Viele Fragen zum Projekt Heilhaus, in: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine vom 26.9.2000.

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