publikationen_keyvisual.jpg
Materialdienst 3/2011
Islam

Islam-Dossier des Kulturrats

Der Deutsche Kulturrat hat im Januar 2011 das neue Dossier „Islam – Kultur – Politik“ in Berlin vorgestellt. Mit der 40-seitigen, ebenso anspruchsvoll wie ansprechend gemachten Druckschrift (vgl. www.kulturrat.de/dossiers/islam-dossier.pdf) geht es dem Spitzenverband der Bundeskulturverbände um eine Versachlichung der Debatte über das Zusammenleben in Deutschland, indem es den Islam als kulturpolitisch für Deutschland relevante Größe ernst nimmt und aus unterschiedlichen Perspektiven ins Gespräch bringt. Die Zeitung soll dazu beitragen, Vorbehalte und Ängste gegenüber dem vermeintlich Fremden abzubauen. Dazu gibt eine Vielzahl von Informationen, Artikeln und Interviews auf hochwertig bebilderten Seiten Einblick in die kulturelle Vielfalt des Islam in grundsätzlicher Perspektive wie insbesondere im Blick auf Deutschland.

So bekräftigt Bildungsministerin Annette Schavan ihre Sicht des Aufbaus Islamischer Studien an staatlichen Hochschulen. Rauf Ceylan legt die Notwendigkeit der Ausbildung von Imamen in Deutschland dar, Aufgabe und Ziele des islamischen Religionsunterrichts werden erörtert. Ebenso wird die Auseinandersetzung um die Bezeichnung „Islamische Studien“ im Blick auf die schon bestehende „Islamwissenschaft“ erläutert. Die Vielfalt islamischer Richtungen und Ausdrucksformen ist Thema, aber auch die engen Verflechtungen jüdischer, christlicher und islamischer Traditionen in Vergangenheit und Gegenwart kommen zur Sprache. Die Rolle islamischer Kunst und Kultur kommt in den Blick, das Thema Islam und Medien wird aufgenommen, und es gibt Interviews mit Künstlern und Medienmachern. Über islamische Reformansätze berichtet Katajun Amirpur. Die Aleviten sind mit zwei Beiträgen vertreten.

Integrationspolitische Fragen waren nicht ganz zu umgehen, auch auf manche Ergebnisse soziologischer Erhebungen wird einigermaßen differenzierend eingegangen, ausdrücklich wollte man jedoch „die üblichen Fahrrinnen, die sich gerade in den letzten Monaten in den Medien und der Politik durch die ‚Sarrazin-Hysterie’ noch tiefer eingegraben haben, so oft wie möglich verlassen und ein möglichst weites und differenziertes Bild über den Islam, seine Kultur und Politik anbieten“ (Olaf Zimmermann im Editorial). Lesen Sie weiter im Materialdienst.

Friedmann Eißler

Inhaltsverzeichnis, Bestellung und Download

Materialdienst Archiv

Die Ausgaben der Jahrgänge 1970-2015 sind für alle Internetnutzer als pdf-Dateien abrufbar.

Eine schnelle Orientierung bieten die Jahrgangsübersichten mit den Schwerpunktthemen, die einzelnen Ausgaben sind über vollständige Inhaltsverzeichnisse erschlossen.

Allen, die den Materialdienst abonniert haben, stellen wir die aktuelle Ausgabe am Anfang des Monats zusätzlich als pdf-Datei zur Verfügung. Außerdem ist ein exklusiver Zugang zu den jeweils letzten zwei Jahrgängen (2016 u. 2017) eingerichtet.

Materialdienst abonnieren

So verpassen Sie keine Ausgabe: Abonnieren Sie den Materialdienst!