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Materialdienst 6/2011
Religiöse Landschaft

Immer mehr Schweizer distanzieren sich von der Religion

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Religiosität in der modernen Welt. Bedingungen, Konstruktionen und sozialer Wandel“ des Nationalen Forschungsprogramms „Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft“ (NFP 58). Danach hat die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung zur christlichen Religion ein zunehmend distanziertes Verhältnis. Gleichwohl spricht sie den Kirchen eine große Bedeutung zu. Derzeit sind in der Schweiz die großen Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften wie folgt verteilt: 31% der Wohnbevölkerung sind Katholiken, 32% Reformierte, 12% sind Angehörige nichtchristlicher Religionen. Der größte Wandel, den die Studie aufzeigt, betrifft jedoch die Konfessionslosen: Ihre Zahl ist in den letzten 40 Jahren von 1% auf rund 25% gestiegen. Damit ist in der Schweiz – wie in Deutschland – die Konfessionslosigkeit die am schnellsten wachsende weltanschauliche Orientierung. Konfessionszugehörigkeit und Konfessionslosigkeit sind jedoch nur ein Indikator für die tatsächlichen religiösen Praktiken und Glaubensvorstellungen. Auch Konfessionslose können im weiteren Sinne an Gott glauben oder alternativ spirituell sein.

Die Forscher entwerfen daher folgende Typologie religiöser Profile: Distanzierte (64%), Institutionelle (17%), Säkulare (10%) und Alternative (9%). Auffällig, wenn auch wenig verwunderlich, ist der Rückgang an institutioneller Orientierung. Der Anteil der Alternativen hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verändert; zulegen konnten jedoch die Distanzierten und die Säkularen. Starke religiöse bzw. atheistische Überzeugungen sind nach wie vor ein Minderheitsphänomen.

Wie nicht anders zu erwarten, glauben die Distanzierten nicht nichts.

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Andreas Fincke, Berlin

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