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Materialdienst 6/2006
Michael Utsch

Erleuchtung gefällig?

Die "Deeksha"-Energie

Auf einer südindischen Großbaustelle ereignet sich nach Augenzeugenberichten seit zwei Jahren Erstaunliches: Angeblich Tausende Menschen berichten nach der Teilnahme an einem 21-Tage-Prozess von spontanen Erleuchtungszuständen und ganzheitlichen Heilungen. Zahlreiche Europäer, Amerikaner, Russen und Menschen anderer Nationalitäten besuchten in den letzten Monaten die im Bau befindliche „Golden City“ der „Oneness-University“ des spirituellen Lehrers Sri Bhagavan und seiner Frau Amma. Dort wollen sie durch eine „Deeksha-Übertragung“ göttliche Energie und Präsenz in ihren Körper aufgenommen haben. „Deeksha“ (auch Diksha geschrieben) nennt sich ein schlichter Initiationsritus, durch den göttliche Energie übertragen werden könne.

Deeksha ist ein in Deutschland bislang weitgehend unbekannter Begriff. Es soll sich bei dieser Übertragung um eine „sehr reine Energieform“ handeln, die nun – dank Sri Bhagavan – seit wenigen Jahren allen Menschen überall und jederzeit zugänglich sei. Angeblich genügt bereits eine Deeksha, um Erleuchtung oder den „Oneness“-Zustand (das Einssein) zu erreichen. In Berlin, Stuttgart, Hamburg und anderen Orten haben sich nun Zentren deutscher „Deeksha-Geber“ gebildet, die Info-Veranstaltungen sowie Energieübertragungen anbieten und Vorbereitungskurse für den 21-Tage-Kurs in Südindien durchführen (www.deeksha.de). Deeksha kann nach Angaben der Anbieter nämlich nur von denjenigen Personen kanalisiert und übertragen werden, die den 21-Tage-Prozess im Golden City-Ashram in Südindien durchlaufen und dort eine besondere Einweihung erhalten haben. Inzwischen sollen Menschen aus aller Welt diesen Prozess durchgemacht haben und dadurch befähigt sein, diese Energieübertragung weiterzugeben. Berichten zufolge hat im April 2006 ein bedeutender Schüler Bhagavans, Sri Anandagiri, in Los Angeles mit 775 Teilnehmern – unter ihnen 275 Deeksha-Geber – die erste „Teachers Conference“ durchgeführt. Vom 21. bis 25. Juni 2006 wird er einen „Special Mantra Deeksha-Kurs“ in Mailand anbieten, wovon sich die deutschen Deeksha-Geber „einen Segen für Europa“ erhoffen. 

Anspruch des Verfahrens

In der vedischen und hinduistischen Tradition wurden Deekshas ursprünglich von spirituellen Lehrern an langjährige Schüler gegeben, um sie in ein erweitertes Bewusstsein einzuweihen und sie zu erleuchten. Im Zeitalter eines „Erleuchtungstourismus“ wird dieser religiöse Einweihungsritus nun käuflich. Man kann ihn im Rahmen eines dreiwöchigen Seminars zum Preis von 5.500 US-Dollar erwerben – mit allen Annehmlichkeiten des westlichen Lebensstils. Der Preis beinhaltet eine komfortable Unterbringung mit Vollpension. Europäische Gäste logieren in einem 300-Betten-Hotel, das ihren Gewohnheiten und Maßstäben entsprechen soll. Als Seminarinhalte für den 21-Tage-Prozess werden angegeben: Chakrenreinigung – Entfernung von Blockaden, heilige Meditationen mit kosmischen Wesenheiten, Auflösung von negativen Lebensmustern und Prägungen, Feuerrituale und karmische Läuterung, Deekshas zur Wunscherfüllung, Deekshas zur Erlangung höherer Bewusstseinszustände sowie Darshans mit Sri Bhagavan und Sri Amma.

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