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Materialdienst 3/2006
Sondergemeinschaften / Sekten

Am Gelde hängt´s

Normalerweise erfahren Außenstehende nur wenig über die finanziellen Verhältnisse kleinerer Religionsgemeinschaften. Das dürfte eine Ursache dafür sein, dass es eine Fülle von Vermutungen über deren (vermeintlichen?) Reichtum gibt. Mitunter scheinen Hinweise die Mutmaßungen zu bestätigen, so im Fall der Wachtturmgesellschaft der Zeugen Jehovas, die beachtliche Immobilien besitzen soll (vgl. MD 8/2003, 312f). Verlässlich sind diese Angaben jedoch nicht.

Oftmals spielt die Überlegung eine Rolle, dass Gemeinschaften, die von ihren Mitgliedern den Zehnten erbitten (Gen 14,20), eigentlich finanziell recht gut dastehen müssten – zumal wenn sie kaum fest angestellte Mitarbeiter haben und die Arbeit überwiegend ehrenamtlich organisiert wird. Das ist bei der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) der Fall. Bei weltweit mehr als 12 Millionen Mitgliedern kann man nennenswerte Rücklagen erwarten, zumal die Gemeinschaft ihre Mitglieder regelmäßig an den Zehnten erinnert. Im Dezember 2005 präsentierte die Zeitschrift „Liahona“ z.B. ihren Lesern eine ganzseitiges Bild mit dem Hinweis „Zehn Prozent und dein ganzes Herz“1 – will heißen, man möge den Zehnten nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern mit dem Herzen geben. An anderer Stelle lesen wir, dass ein Kind in der Schule gesegnet war, weil die Eltern den Zehnten bereitwillig spendeten.2 Die Mormonen sehen also einen Zusammenhang zwischen der Gabe des Zehnten und dem Segen Gottes.

Auch die Neuapostolische Kirche (NAK) kennt den Zehnten, jedoch ist die Lage der Dinge hier anders, zumal die Mehrheit der NAK-Mitglieder in ärmeren Ländern lebt.

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Dr. Andreas Fincke

1 Liahona, Oktober 2005, 17.
2 Ebd., 16.

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