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Materialdienst 3/2006
Neuapostolische Kirche

Lehrkorrekturen

(Letzter Bericht: 12/2005, 443ff) Es war ein bisher einmaliges Ereignis in der Geschichte der Neuapostolischen Kirche (NAK): Weltweit wurde per Satellit ein Informationsabend aus den Räumen der neuapostolischen Kirchengemeinde in Uster (Schweiz) übertragen. Die NAK hatte am 24. Januar 2006 geladen, um einige Lehrkorrekturen vorzustellen. Stammapostel Wilhelm Leber, oberster Geistlicher in der Neuapostolischen Kirche, moderierte die Veranstaltung selbst und unterstrich damit deren Bedeutung.

Wichtigste Botschaft des Abends war wohl, dass die NAK ab sofort die Taufe der anderen Kirchen als gültig anerkennt. Bisher wurde das Taufsakrament anderer christlicher Gemeinschaften seitens der NAK lediglich als ein nur „für diese gültiges“ Sakrament betrachtet. Jetzt erkennt die NAK an, dass Gott selbst in der Taufe handelt – ihre Gültigkeit also nicht von der handelnden Person abhängt. Damit bedarf sie auch keiner „Bestätigung“ durch einen NAK-Apostel, wenn jemand, der z. B. in der Römisch-Katholischen Kirche getauft wurde, später neuapostolisch wird. Voraussetzung für die Anerkennung der Taufe ist jedoch ihr richtiger (lat. rite) Vollzug, das heißt die formgerechte Spendung im Namen des dreieinigen Gottes und mit Wasser. Deshalb wird die NAK auch in Zukunft Taufen der Zeugen Jehovas oder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) nicht anerkennen – was sachgemäß ist.

Anzumerken ist allerdings, dass die NAK zwar nunmehr die Taufe der anderen Kirchen anerkennt, sie übernimmt jedoch nicht deren Taufverständnis. Nach neuapostolischem Verständnis ist die Taufe nur der erste Schritt zur Wiedergeburt, erst das Sakrament der Versiegelung macht diese vollständig. Gotteskindschaft kann also nur erlangen, wer auch die (neuapostolische) Versiegelung erhalten hat. Damit bleibt die NAK faktisch weiterhin eine exklusive Gemeinschaft wahrer Gotteskinder.

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Andreas Fincke

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