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Materialdienst 4/2006
Astrologie

"Astrotainment" auf dem Vormarsch: Astro TV will weiter expandieren

(Letzter Bericht: 8/2004, 306ff) Seit Juni 2004 ist der erste digitale Sender für Astrologie und Esoterik, Astro TV, auf Sendung. Er bietet ein 24-Stunden-Programm mit Unterhaltungsformaten und Live-Beratungen rund um die Themen Astrologie und Tarot. Der Zuschauer kann sich aktiv an den Sendungen beteiligen und sich live beraten lassen. Wie die Betreiberfirma, die Berliner Questico AG, Ende Februar 2006 mitteilte, ist Astro TV „aufgrund der positiven Resonanz von Zuschauern, Kabelnetzbetreibern und TV-Partnern“ auch über den analogen Satelliten Astra 19,2° Ost zu empfangen. Damit sollen zusätzlich 16 Millionen Haushalte erreicht werden. Besonders interessant ist dabei der Hinweis, dass das Programm nunmehr den Transponder 37 einnehmen wird, über den zuvor der in Ludwigsburg ansässige umstrittene Esoterik-Sender BTV4U gesendet hatte. Im Jahre 2005 war dem Eigentümer, dem Medienunternehmer Thomas Hornauer, von der Landesstelle für Kommunikation (LFK) Baden-Württemberg die Sendelizenz entzogen worden. Als Begründung nannte die LFK „die Verletzung von Lizenzauflagen und das Fehlen der persönlichen Zulassungsvoraussetzungen“.
 
Astro TV will sein Programm weiter ausbauen. Wie der Vorstand der Questico AG mitteilte, möchte man mittelfristig mehr als 25 Millionen Haushalte in Deutschland erreichen. Ermöglicht werden soll dies über den Ausbau der Reichweite des Senders über Kabel als auch über analoge und digitale Empfangsmöglichkeiten. Programme von Astro TV laufen bereits bei über zehn „Partnersendern“, darunter RTL2, 9Live, Tele 5 und bei verschiedenen Regionalsendern. Damit hat sich das Programmformat „Astrotainment“ bei den privaten Anbietern einen festen Platz erobert. In Zeiten wirtschaftlicher Verunsicherung sind vulgärastrologische Beratungen via TV offenbar besonders gefragt und aus dem Programmangebot der Sender nicht mehr wegzudenken. Hinzu kommt, dass die Produktion solcher Sendungen weder besonders aufwändig noch kostspielig ist. Das macht sie für Programmanbieter attraktiv. Ob die Strategie aufgeht und das TV-Astrotainment bei den Nutzern auf Dauer ankommt, bleibt abzuwarten. Es ist nicht auszuschließen, dass infolge des Überangebotes dieses doch sehr spezielle Sendeformat bald ausgereizt ist.

Matthias Pöhlmann

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