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Materialdienst 4/2006
Michael Utsch

Synergetik-Therapie

Selbstheilung durch Innenweltreisen?

Geschichte

Der Physik-Ingenieur und ehemalige BKA-Mitarbeiter Bernd Joschko, Jg. 1951, hat nach seinem Ausstieg aus der bürgerlichen Berufswelt eine beachtliche Karriere vorgelegt. Angeregt durch zahlreiche Erfahrungen in Selbsterfahrungsgruppen, mit der Osho-Bewegung und ganzheitlichen Therapiegruppen entwickelte er 1988 eine sog. Synergetik-Therapie. Seit 1992 bietet er Ausbildungen zum Synergetik-Therapeut/in an. Im Jahr 2001 kreierte er darüber hinaus den Beruf des/der „Synergetik Profilers/in“.

Nach Joschkos Überzeugung entsteht eine Krankheit in der Regel aus fünf bis acht Faktoren. Dieses Profil in der Innenwelt des Klienten herauszufinden sei die Kunst des „Profilers“. Hier soll in einer Art „Rasterfahndung“ die Seele durchforstet werden, um die Krankheitsursachen aufzuspüren und aufzulösen. Ein Synergetik-Profiler unternimmt laut Prospekt eine „gezielte Hintergrundaufarbeitung von Krankheitsstrukturen in der Neurowelt“. Hierbei werden psychosomatische und neurobiologische Faktoren auf abenteuerliche Weise vermischt und beliebig verknüpft – mehr dazu später. Zum konkreten Vorgehen heißt es: „Es ist ganz einfach: wir gehen mit Ihnen in Tiefenentspannung und surfen gemeinsam in Ihrer Innenwelt herum. Sie erzählen dem Synergetik-Profiler alles, was Sie wahrnehmen und er stellt Fragen dazu. Dort in Ihrer Neurowelt ist alles neuronal-assoziativ verknüpft und wir decken diese Informationsverzweigungen auf (...). Anschließend können Sie unter Anleitung genau diese Informationen in Ihrer Innenwelt im ‚Hier und Jetzt‘ neu bearbeiten, weil diese Informationsstruktur sich ständig selbst optimiert (Psychobionik) und den Ausdruck der gestörten Informationsstruktur – also die Symptome – auflösen“.1 Joschkos Anspruch ist gewaltig: „Die Medizin der Zukunft wird synergetisch sein“.2
 
Durch mehrere geschickte Gerichtsgutachten gelang es Joschko im letzten Jahr, sein Verfahren den Behandlungen durch Heilpraktiker und Psychotherapeuten gleichzustellen. Die Begründung: Seine Methoden setzten auf Selbsterkenntnis, Selbstveränderung und die darauf beruhende Selbstheilung und würden sich somit „von einer psychiatrischen, psychotherapeutischen oder von Heilpraktikern durchgeführten psychischen Behandlung nicht grundsätzlich, sondern nur graduell unterscheiden“. Vorausgegangen waren Prozesse in Niedersachsen und Bayern, wo Synergetik-Therapeuten ihre Tätigkeit mit dem Verweis auf die fehlende Heilpraktikerzulassung zunächst verboten wurde. Nachdem Joschko bei 130 Anwälten um Rechtsbeistand gebeten hatte, fand er schließlich einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, der erfolgreich darstellen konnte, dass die Synergetik-Therapie keine Heilbehandlung ist – und dennoch mit Heilwirkungen werben darf.3 Von diesen Erfolgen beflügelt, definierte Joschko im Herbst 2005 die neue Heilmethode „Bionisches Heilen“. Mit diesem Verfahren soll eine gezielte Krankheitsauflösung in fast allen Fällen möglich sein – auch bei chronischen und bisher unbehandelbaren Krankheiten wie Krebs.

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Anmerkungen

1 Prospekt „Synergetik“, Synergetik-Institut 2005.
2 Vgl. www.synergetik-therapie.de.
3 Vgl.
http://www.heilpraktikergesetz.de/pressemitteilung-ovg.html.

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