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Materialdienst 5/2006
Michael Utsch

Krebs durch seelische Konflikte?

Die Germanische Neue Medizin von Dr. Hamer

Eine „Neue Medizin“ wurde 1981 vom damaligen Internisten und Krankenhausarzt Dr. med. mag. theol. Ryke Geerd Hamer begründet. Ihre zentrale Aussage ist, dass jeder Krebserkrankung eine seelische Ursache zugrunde liege. Die Erkrankung könne ohne den Einsatz der gängigen Therapien z.B. die operative Entfernung von Tumoren, Chemo- und Strahlentherapie heilen, wenn der „Konflikt“ gelöst werde, der die Störung verursacht hat. Deswegen wird die körperliche Behandlung vom Grundsatz her abgelehnt. Nur Tumoren, die aufgrund ihrer Größe körperliche Funktionen beeinträchtigen, sollen nach Ansicht der Anhänger der „Neuen Medizin“ operativ verkleinert bzw. bestrahlt werden.
 
Diese Ablehnung einer heute üblichen, nach gegenwärtigem Kenntnisstand größtmögliche Heilungschancen versprechenden Krebstherapie macht die „Neue Medizin“ aus Sicht der überwiegenden Mehrzahl der Ärzte zu einer lebensgefährlichen Lehre für jene Patienten, die der „Neuen Medizin“ bzw. deren Vertretern vertrauen. Die effektiven Heilungschancen bei Krebs sind nach heutigem Wissensstand umso größer, je früher ein Tumor behandelt wird, da auch kleine Tumoren Metastasen bilden können.
 
Weil der Begriff „Neue Medizin“ vielseitig verwandt wird und deshalb markenrechtlich nicht geschützt werden kann, hat Hamer seine Methode inzwischen in „Germanische Neue Medizin“ (GNM) umbenannt und sich diesen Begriff im September 2003 schützen lassen. Der Name offenbart auch etwas von Hamers Feindbild. Die Germanische Neue Medizin bietet nämlich ein in sich geschlossenes Weltbild. Wer Hamer glaubt, nimmt alles in Kauf, auch Antisemitismus. Angesichts vielfacher Kritik an seinem fragwürdigen Konzept behauptet Hamer seit einiger Zeit, dass es eine Verschwörung gegen ihn gebe, und zwar von jüdischen Geheimgesellschaften. Die Juden verhinderten die Anwendung seiner Neuen Medizin und wollten den Massenmord an Nicht-Juden. An seine Anhänger schrieb er: „Wir Nichtjuden werden gezwungen, weiterhin die jüdische Schulmedizin zu praktizieren, mit Chemo und Morphium...“ Trotz dieser entlarvenden Aussagen scheint sich eine feste Anhängerschaft um Hamer gebildet zu haben, die seine Mission unterstützt.

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