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Materialdienst 11/2006
Alternative Medizin

Prozess gegen Krebsarzt Rath eingestellt

(Letzter Bericht 5/2006, 190f) Der Prozess gegen den umstrittenen Vitamin-Arzt Matthias Rath vor dem Hamburger Amtsgericht wurde im Oktober gegen eine Geldbuße von 33.000 Euro eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, über seine Firma in den Niederlanden Vitaminprodukte im Internet ohne arzneimittelrechtliche Zulassung hierzulande angeboten zu haben. Weder der „Fall Dominik“ (vgl. MD 1/2005, 29f) noch Raths fragwürdige Aids-Kampagne in Südafrika (vgl. MD 5/2006) standen zur Debatte.

Der geschäftstüchtige Guru der alternativen Krebsheilerszene wird diesen Erfolg zu nutzen wissen. Es ist ein Armutszeugnis für unser Gesundheitssystem, dass Medizin-Scharlatanen rechtlich so schwer beizukommen ist, meint auch Alexander Kekulé, Professor für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Halle (Tagesspiegel vom 12.7.2006). Kekulé plädiert dafür, strengere Regeln für die Bewerbung angeblich gesundheitsförderlicher Produkte einzuführen. Sein Resümee ist ernüchternd: „Beweise für die Richtigkeit der Vitaminbehandlung gibt es nicht. Dies kann Rath allerdings nicht aufhalten. Er wirbt schamlos weiter mit seinen angeblichen Erfolgen im Fall Dominik. Solange Krebs nicht heilbar ist, werden Scharlatane weiter regen Zulauf von Verzweifelten haben.“
 
Michael Utsch

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