publikationen_keyvisual.jpg
Materialdienst 9/2005
Harald Lamprecht

Braucht die Kirche noch Apostel?

Studientag zum Selbstverständnis apostolischer Kirchen und Gemeinschaften als Kirche Jesu Christi

Es waren gleich mehrere Sensationen, die der „Aposteltag“ am 25. Juni 2005 in Halle (Saale) bereit hielt. Gemeinsam mit der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) und den Franckeschen Stiftungen zu Halle hatte Prof. Dr. Helmut Obst von der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu einem wissenschaftlichen Studientag eingeladen. Die Begegnung stand unter dem Thema „Das Selbstverständnis apostolischer Kirchen und Gemeinschaften als Kirche Jesu Christi“.

Erstmalig in ihrer Geschichte – dies war die erste Sensation – trafen sich hochrangige Vertreter aus allen in Deutschland aktiven apostolischen Gemeinschaften. Zur Erinnerung: Ausgehend von einer charismatischen Erweckung in England war es ab 1832 zu prophetischen Berufungen von 12 Aposteln gekommen, die die Wiederkunft Christi noch zu ihren Lebzeiten erwarteten. Diese katholisch-apostolische Bewegung wurde zur Keimzelle einer Vielzahl neuer apostolischer Gruppen, von denen die Neuapostolische Kirche mit Abstand die größte ist. Es war bislang noch nie da gewesen, dass Mitglieder dieser verschiedenen Gemeinschaften in so großer Zahl zusammengekommen sind. Selbst das vom damaligen Stammapostel Richard Fehr im Jahr 2000 einberufene Apostolische Konzil konnte sich in puncto Vollständigkeit nicht mit dem Treffen in Halle messen, waren dort doch die katholisch-apostolischen Gemeinden nicht beteiligt. In Halle hingegen waren neben der Neuapostolischen Kirche (NAK) auch die katholisch-apostolischen Gemeinden, das Apostelamt Jesu Christi, das Apostelamt Juda und die Apostolische Gemeinschaft jeweils mit leitenden Persönlichkeiten vertreten. Bemerkenswert war die Tatsache, dass allein die Neuapostolische Kirche ca. 80 Prozent der Anwesenden stellte, wie eine Befragung am Ende der Podiumsdiskussion erbrachte.

Die zweite Sensation war die erstaunlich große Resonanz der Tagung. Weit über 300 Teilnehmer waren aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz angereist, um dieses historische Ereignis mit zu erleben. Die Franckeschen Stiftungen boten dafür ein würdiges Ambiente – stehen sie doch in der Tradition einer Kultur der religiösen Begegnung und Verständigung.
 
In seiner Eröffnungsansprache stellte Helmut Obst als Ziele der Veranstaltung besonders heraus, das Selbstverständnis der verschiedenen apostolischen Kirchen und Gemeinschaften als Kirche Jesu Christi genauer zu erheben, Vorurteile zu überwinden, die vermeintlichen auf die tatsächlichen Unterschiede zurückzuführen und zu einer besseren gegenseitigen Kenntnis zu gelangen.

Lesen Sie weiter im Materialdienst.

Inhaltsverzeichnis, Bestellung und Download

Materialdienst Archiv

Die Ausgaben der Jahrgänge 1970-2015 sowie die Jahresregisterhefte 1970-2017 sind für alle Internetnutzer als pdf-Dateien abrufbar.

Eine schnelle Orientierung bieten die Jahrgangsübersichten mit den Schwerpunktthemen, die einzelnen Ausgaben sind über vollständige Inhaltsverzeichnisse erschlossen.

Allen, die den Materialdienst abonniert haben, stellen wir die aktuelle Ausgabe am Anfang des Monats zusätzlich als pdf-Datei zur Verfügung. Außerdem ist ein exklusiver Zugang zu den jeweils letzten zwei Jahrgängen (2016 u. 2017) eingerichtet.

Materialdienst abonnieren

So verpassen Sie keine Ausgabe: Abonnieren Sie den Materialdienst!